Runderneuerung im kommenden Jahr

Stadtpfarrkirche Naumburg: Neue Farbe, neuer Aufstieg

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Blick auf die Seitenaltäre und den Chorraum: Links der Flügelaltar, der einer neuen Sakristeitür weichen und ganz nach rechts versetzt werden soll. Ebenfalls geplant: Einrücken des Tabernakels von der linken Wand des Chorraums in die Mitte und eine Verkleinerung des Altars, der vorrücken soll.

Naumburg. 25 Jahre ist die letzte große Innensanierung der katholischen Stadtpfarrkirche Naumburg her. Für das kommende Jahr steht die nächste Runderneuerung an, bei der es wieder grundlegende Veränderungen in der Gestaltung von Schiff, Chorraum und Turmraum geben soll.

Was beim Besuch der Naumburger Stadtpfarrkirche auffällt: Der Putz hat an einigen Stellen dringend eine Reparatur nötig, und ein neuer Anstrich täte den ergrauten Wänden 25 Jahre nach der letzten Sanierung des Kirchenraumes gut. Was derzeit allerdings in Fulda beim Bischofsamt zur Begutachtung und Genehmigung vorliegt, ginge weit darüber hinaus.

So sehen die Pläne vor, dass der große Flügelaltar, der 1992 vom Chorraum ins linke Seitenschiff versetzt wurde, auf die rechte Seite verpflanzt wird, um links Platz zu machen für einen neuen Ausgang der Sakristei. Deren Tür wurden schon 1992 im Chorraum um etwa zwei Meter versetzt.

Wurde vor 25 Jahren neu gestaltet: der Innenraum der katholischen Stadtpfarrkirche. Die Orgelempore ersetzte ein altes, zweistöckiges Exemplar. 

Der Grund: Pfarrer und Messdiener sollen angemessen einziehen ins Gotteshaus und zum Altar, nicht wie heute direkt in den Chorraum, dann einige Stufen abwärts vor den Tisch des Herrn, um dann wieder die Stufen nach oben zum Altar zu steigen. „Es soll eine klare Führung geben“, sagt Architekt Andreas Kopp aus Warburg, der die Planung erstellt hat.

Ebenfalls erneut versetzt werden soll der Tabernakel, der Ende der 1960er-Jahre erst im linken Seitenschiff aufgestellt, 1992 neben den Eingang zur Sakristei in den Chorraum versetzt wurde und nun in die Mitte des Chorraums rücken soll. Dorthin, wo bislang noch die Stühle für Pfarrer und Messdiener stehen. Die wiederum sollen seitlich versetzt platziert werden, drei Stufen niedriger als bisher, „damit der Pfarrer nicht wie auf einem Thron über allem schwebt“, erklärt Kropp.

Der Altar soll verkleinert und ein Stück nach vorn zur Gemeinde versetzt werden. Der Altarraum, sagt Architekt Kropp, solle „multifunktionaler“ werden. „Es braucht Platz für alternative Arten der Gottesdienstgestaltung.“ Der soll auch im Turmraum geschaffen werden. Dort ist eine kleine Anbetungskapelle vorgesehen, die auch als Beichtraum genutzt werden könnte – zur Kirche hin abtrennbar durch eine Glastür. Die Wendeltreppe hoch zur Orgelempore soll entfernt werden, ein neuer Aufstieg direkt neben dem nördlichen Seitenportal in die 1992 installierte Empore eingebaut werden.

Der aktuelle Durchgang vom Turmraum zur Empore müsse geschlossen werden, weil im Turm und im Kirchenschiff jeweils ein unterschiedliches Kleinklima herrsche. Das sei letztlich dafür verantwortlich, dass die Orgel von Schimmel befallen ist. Und so stehe auch eine Orgelsanierung an. Damit dieses Problem nachhaltig gelöst wird, soll auch eine neue, effizientere Heizung mit Belüftungsanlage her. Selbstverständlich, sagt Planer Kropp, werden auch die Wände erneuert und mit einem neuen Anstrich nach bewährtem Vorbild versehen. Die voraussichtlichen Kosten für das Gesamtpaket: rund 700 000 Euro, so der Architekt. Ohne die Umgestaltung des Altarraums, erklärt er, „sackt der Preis auch nicht unter 500 000 Euro“.

Was machbar ist, und was verzichtbar, auch die Höhe der finanziellen Förderung, all das wird nun vom Bistum entschieden.

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