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Neues Beratungsangebot des Diakonischen Werks für Senioren in Naumburg

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Von: Norbert Müller

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„Glücklich daheim, nicht allein“: So lautet der Titel des Beratungsangebots für Senioren, für das (von links) Natalia Wegenschimmel, Bürgermeister Stefan Hable und Karin Zipperer-Heinemann werben.
„Glücklich daheim, nicht allein“: So lautet der Titel des Beratungsangebots für Senioren, für das (von links) Natalia Wegenschimmel, Bürgermeister Stefan Hable und Karin Zipperer-Heinemann werben. © Norbert Müller

„Glücklich daheim, nicht allein“ ist das Motto des neuen Angebots, mit dem alte Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Naumburg – Welcher alte Mensch möchte das nicht: So lange wie möglich selbstbestimmt in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Das Diakonische Werk Region Kassel bietet nun in Zusammenarbeit mit der Stadt Naumburg Unterstützung dazu an. Es geht dabei um eine aufsuchende Beratung unter dem Motto „glücklich daheim, nicht allein“ für Menschen ab dem 75. Lebensjahr in allen Stadtteilen.

Ehe man das Projekt, das in gleicher Form bereits im vergangenen Jahr in Zierenberg und Breuna gestartet wurde, auch in Naumburg angegangen ist, habe man den Kontakt zum Rathauschef gesucht, um die Stadt als Kooperationspartner zu gewinnen.

490 Briefe an über 75-Jährige

Wenn von dort das Signal komme, dass man erwünscht sei, sagt Karin Zipperer-Heinemann von der Seniorenberatung des Diakonischen Werks, „kann es losgehen“. Die Unterstützung durch den Bürgermeister wirke zudem wie ein Türöffner: Sie belege die Seriosität des Angebots. Die Senioren trauten sich dann eher, mit der für das Projekt zuständigen Mitarbeiterin, Natalia Wegenschimmel, in Kontakt zu treten.

Der Naumburger Magistrat heiße das Angebot gut, sagt Bürgermeister Stefan Hable. Und so habe man seitens der Stadtverwaltung am Montag 490 Briefe in die Post gegeben, adressiert an all jene über 75 Jahre, die noch in ihren eigenen vier Wänden leben.

Darin enthalten ist neben dem Anschreiben des Bürgermeisters ein Faltblatt mit einer Beschreibung des Projektes „Glücklich daheim, nicht allein“. Und auch die Kontaktdaten der Ansprechpartnerin am Wolfhager Standort des Diakonischen Werkes, Natalia Wegenschimmel, finden sich dort.

Die Gespräche unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht

Die Sozialarbeiterin beschreibt das Projekt der aufsuchenden Beratung als „Ergänzung zu den bestehenden Angeboten für Senioren“. Die Seniorenberatungsstelle in Wolfhagen gebe es bereits seit 20 Jahren, aber nicht jeder könne oder wolle den Weg dorthin auf sich nehmen. Deshalb biete man die kostenlose und neutrale Beratung in der häuslichen, vertrauten Umgebung der Senioren an, wobei die Gespräche der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen.

Die Idee, die Seniorenberatung in Form von Hausbesuchen anzubieten, sei aus den Erfahrungen während der täglichen Arbeit des Diakonischen Werks entstanden, sagt Natalia Wegenschimmel.

Häufig würden sich die alten Menschen oder deren Angehörige erst an die Beratungsstelle wenden, wenn es eine akute schwierige Situation gebe. „Gerade ältere Menschen sind oft zu bescheiden, um frühzeitig Erleichterungen im Alltag oder konkrete Unterstützung anzunehmen oder gar einzufordern“, erklärt die Mitarbeiterin des Diakonischen Werks.

Beratung bei beispielsweise Einsamkeit, Veränderung in der Partnerschaft und Trauer

Zu selten seien sie über die vorhandenen Angebote in ihrer Gemeinde sowie ihre Rechte und Möglichkeiten der Unterstützung informiert. Ziel der Beratung sei immer, die Menschen dabei zu unterstützen, dass sie so lange wie möglich im eigenen Haus ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können.

Wegenschimmel nennt einen weiteren Vorteil der Beratung in der Wohnung der Senioren: „Im Haus der Betroffenen können wir besser beurteilen, was ihnen im Alltag fehlt, welche Unterstützung sie brauchen, aber auch welche Fähigkeiten und Ressourcen schon vorhanden sind.“

Und so bietet man Beratung in belastenden Lebenssituationen und bei persönlichen Problemen an wie beispielsweise bei Einsamkeit, Veränderungen in der Partnerschaft und Trauer. Darüber hinaus Informationen zu Themen wie Patientenverfügungen und Vorsorgevollmacht, zu ambulanten und stationären Hilfsangeboten, zur Anpassung des Wohnraums, aber auch zu Freizeit-, Begegnungs- und Bildungsangeboten oder einen Hausnotruf.

„Wir bieten da ein Rundumpaket“

Im Angebot ist zudem die Unterstützung in allen bürokratischen Angelegenheiten, etwa, wenn es um den Einspruch wegen eines Pflegegrades geht.

„Wir bieten da ein Rundumpaket“, sagt Karin Zipperer-Heinemann, die auch darauf hinweist, dass es sich bei dem Angebot um ein auf drei Jahre befristetes Modellprojekt handelt, das man auch noch in die übrigen Kommunen des Altkreises, nach Wolfhagen, Habichtswald und Bad Emstal, tragen wolle.

Wer Interesse an einem persönlichen Gespräch hat, kann sich während der telefonischen Sprechzeiten (montags und dienstags von 9.30 Uhr bis 11 Uhr) bei Natalia Wegenschimmel unter 0 56 92/99 74 63 18 oder 01 74/2 37 12 44 melden, oder jederzeit per Mail an Natalia.Wegenschimmel@dw-region-kassel.de. (Norbert Müller)

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