Sie haben nichts mit der terroristischen Vereinigung zu tun

NSU-Oldtimerfreunde: „Werden als Nazis beschimpft“

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Seit über vier Jahrzehnten im NSU-Fieber und treue Besucher der Oldtimertreffen: Karin und Eberhard Wieltsch aus Staufenberg haben insgesamt zehn NSU-Fahrzeuge, nach Naumburg hatten sie ihren roten Flitze mit legendärem Wankel-Motor mitgebracht. 

Stolz tragen sie jene drei Buchstaben auf Shirts und Kappen, welche ihr Leben als Fans einer alten Auto- und Zweiradmarke prägen: NSU. Vor ein paar Jahren sah das noch ganz anders aus.

Denn seit „NSU“ in der Öffentlichkeit als Abkürzung für den „Nationalsozialistischen Untergrund“ verwendet wurde, müssen sich auch die Oldtimerfreunde der NSU-Prinz-IG und NSU-Zweirad-IG immer wieder als Nazis beschimpfen lassen.

„Das hat uns schon sehr getroffen, wir waren richtig sauer“, erinnert sich Präsident Claus Kynast am Samstag während des fünften NSU-Camps auf dem Naumburger Campingplatz. „Wir mussten eine regelrechte Aufklärungskampagne starten, haben 2012 mit Audi, dem Rechtsnachfolger von NSU, unter anderem ein Video gedreht, in dem wir darstellten, was tatsächlich hinter unserem NSU steckt und dass wir mit Nazis rein gar nichts zu tun haben.“ Mittlerweile habe sich die Situation glücklicherweise beruhigt und sie könnten sich wieder entspannt ihrem Hobby widmen, sagt Kynast.

Kein Glück bei der Oldtimer-Ausfahrt: Die alte Quickly von Vivien S chmidt aus Oberhausen schaffte es nur auf dem Hänger zum Edersee, die Zündung hatte versagt.

Die weit über 500 Mitglieder der Gemeinschaft beschäftigen sich mit der Erhaltung ihrer Fahrzeuge als Sammlerobjekte, Meilensteine technischen Fortschritts, Renn-, Rallye- sowie Slalomfahrzeuge und verwandeln von Außenstehenden oftmals als Schrotthaufen bezeichnete Wracks in mühevoller Kleinarbeit wieder in ansehnliche Fahrzeuge.

Rund 70 waren am Wochenende in Naumburg mit von der Partie und zogen vor allem am Samstag während einer Ausfahrt zum Edersee sämtliche Blicke auf sich.

Hintergrund: NSU war ein deutscher Fahrzeughersteller

NSU war ein deutscher Fahrrad-, Motorrad-, Automobil- und Motorroller-Hersteller, der 1873 in Riedlingen gegründet und 1880 nach Neckarsulm verlegt wurde. Das Unternehmen firmierte ursprünglich als „Mechanische Werkstätte zur Herstellung von Strickmaschinen“, stellte aber ab 1886 Fahrräder her und war ab 1901 maßgeblich an der frühen Entwicklung von Motorrädern in Deutschland beteiligt. 

Bis heute faszinieren Fahrräder, die legendären Quickly-Mopeds, Motorräder, die Sportflitzer TT und TTS sowie die innovativen Autos mit Wankel-Motor Oldtimerfans auf der ganzen Welt.

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