Gestaltung des Außenbereichs beginnt

Arbeiten an neuer Naumburger Kita liegen im Plan

Hat den Überblick: Hauptamtsleiter Thomas Fingerling auf dem Gerüst des Kita-Neubaus. Im Hintergrund die Altstadt von Naumburg. Ab nächster Woche wird das Außengelände modelliert.
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Hat den Überblick: Hauptamtsleiter Thomas Fingerling auf dem Gerüst des Kita-Neubaus. Im Hintergrund die Altstadt von Naumburg. Als Nächstes wird das Außengelände modelliert.

Knapp vier Millionen Euro kostet der neue Kindergarten, der seit vergangenem Sommer im Bau ist. Die Arbeiten kommen gut voran, einen Umzugstermin gibt es aber noch nicht.

Naumburg - Der alte Birnbaum steht wie ein Fixpunkt auf dem Gelände, auf dem sich seit dem vergangenen Sommer die Handwerker verschiedenster Gewerke die Klinke in die Hand geben. Hier, direkt vor den Toren der Naumburger Altstadt entsteht der neue Kindergarten, und der sattgrün belaubte Baum steht dort, als warte er geradezu darauf, in das neue Außengelände integriert zu werden.

Mit der Gestaltung der Fläche vor der neuen Kita soll nächste Woche begonnen werden. Dort, wo der Außenspielbereich entstehen wird, hat der Landschaftsbauer noch Einiges zu modellieren. Bislang war die Zufahrt zum Gelände dieselbe, wie die des königlichen Forstamts, das einst dort stand, wo nun das „Zukunftsprojekt der Stadt Naumburg“ realisiert wird, wie es Bürgermeister Stefan Hable (CDU) bei Baubeginn der Kita formuliert hat.

Die künftige Zufahrt wird dann seitlich in Richtung Haus St. Josef verlegt. Hier wird sich der Kindergarten mit dem Betreiber des benachbarten Altenheims Haus am See, dem Internationalen Bildungs- und Sozialwerk, den Parkplatz teilen. Vom Parkplatz aus geht es dann direkt zum zentralen Eingang des Gebäudes.

Aktuell sind die Schreiner aktiv, installieren die äußeren Fensterbänke. Sobald das erledigt ist, können die Maler und Putzer die inzwischen isolierten Fassaden fertigstellen. Und danach werde dann auch schnell das Gerüst abgeräumt, das derzeit noch das gesamte Gebäude umfasst, sagt Naumburgs Hauptamtsleiter Thomas Fingerling.

Viel zu tun haben auch noch die Elektroinstallateure. Rund 1000 Quadratmeter Grundfläche hat die neue Kindertagesstätte, da müssen viele Strippen gezogen werden: Etwa sechs Kilometer Stromkabel sind es, die es zu verlegen und korrekt miteinander zu verbinden gilt.

Viel Platz: So soll die neue Naumburger Kindertagesstätte St. Vinzenz nach ihrer Fertigstellung im kommenden Jahr aussehen. Bild: Gerlach Architekten/nh

Aufeinander abzustimmen sind die weiteren Arbeiten im Bereich der Haustechnik. Ehe die Leitungen für die Fußbodenheizung unter Estrich verschwinden, gilt es, die technische Zentrale zu bestücken. Das bedeute, so Fingerling, bei dem seitens der Stadtverwaltung die Fäden für den Kindergarten zusammenlaufen, dass in dem Raum zunächst der Estrich eingebracht wird, um dann die Wärmepumpe für die Heizung aufstellen zu können. Sobald die Anlage funktioniert, wird die Heizung zur Unterstützung des Trocknungsprozesses der Fußböden im Gebäude angeschaltet. Gut vier Wochen seien dafür vorgesehen.

„Wir sind im grünen Bereich“, sagt Thomas Fingerling zum Bauzeitenplan. Aktuell gebe es keine Verzögerungen, anders als noch während des Rohbaus, als Coronafälle die Firmen etwas ausbremsten. Inzwischen wurde das wieder aufgeholt. Rollos, Fenster und Türen sind längst drin. Auf dem Dach wurde die Fotovoltaikanlage installiert. Sie wurde großzügig dimensioniert, „denn wir wollen übers Jahr mehr Strom produzieren, als wir mit der Kita verbrauchen“, sagt der Mann von der Stadtverwaltung.

Auch die Begrünung der Dachflächen, auf denen keine Solarpaneele stehen, entwickelt sich schon. Der Bewuchs werde für eine zusätzliche Isolierung des Daches gegen Kälte im Winter und gegen Hitze während sommerlicher Sonneneinstrahlung sorgen und damit das Raumklima verbessern.

Wann die katholische Kita St. Vinzenz vom alten, nur gut 250 Meter entfernten Standort umziehen wird, sei noch offen. Der Bauzeitenplan sehe die Fertigstellung bis zum 31. Oktober dieses Jahres vor. Wenn es wegen nicht vorhersehbarer Verzögerungen etwas später würde, wäre das aber auch nicht tragisch. Fingerling: „Wir machen das Projekt nicht unter Zeitdruck, das schadet nur.“ Der alte, in die Jahre gekommene Kindergarten habe ja noch die Betriebserlaubnis. Da könne man den Fokus darauf legen, dass alle Arbeiten ohne unnötige Hast sauber und hochwertig ausgeführt werden, statt die Handwerker mit einem festgelegten Eröffnungstermin am Ende in die Bredouille zu bringen.

Es werde mit dem Träger der Kita, der katholischen Kirchengemeinde, rechtzeitig geklärt, „wann und wie wir umziehen“. Mit der Kirchengemeinde, sagt Thomas Fingerling, „sind wir in guter Abstimmung“.

In der neuen Kita werden Kinder in fünf Gruppen betreut, vier sind es bislang. Das Angebot wird um eine Kleinkindgruppe erweitert. Insgesamt finden dann 112 Kinder Platz.

Knapp 3,9 Millionen Euro hat die Stadt Naumburg für den Bau eingeplant, von ursprünglich beantragten gut 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen sind angesichts leerer Kassen nur etwas über 600 000 Euro avisiert. Derzeit gehe man davon aus, dass der Kostenrahmen gehalten werde. Das habe auch mit den engagierten Firmen zu tun. „Die sind zuverlässig und funktionieren gut“, lobt Thomas Fingerling.

Stück Natur: der alte Birnbaum vor dem Neubau.

In Kürze werde auch der Baukran verschwinden, der die Baustelle weit sichtbar markiert. Man darf gespannt sein, ob das auch für den alten, vitalen Birnbaum gilt, der auf dem Kindergartengelände steht, als hätte ihm der Architekt diesen stimmigen Platz zugewiesen. Laut Hauptamtsleiter Fingerling sei der Baum akut vom Fällen bedroht. Nach seinen Informationen, so Fingerling weiter, sei der Birnbaum wegen der Möglichkeit, dass sein Obst Wespen anlocken könnte, nicht erwünscht und habe die bisherige Bauphase in der hessischen Hauptstadt der Pomologen (Obstbaumkundler) wohl eher durch Zufall bis heute überlebt.

Von Norbert Müller

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