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Pomologentage in Naumburg lockten Besucher in die Apfelhauptstadt

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Von: Sascha Hoffmann

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Nicht genug kriegen von den süßen Früchtchen konnten Klara Degenhardt (von links), Finn Lotz und Leon Degenhardt aus Balhorn.
Nicht genug kriegen von den süßen Früchtchen konnten Klara Degenhardt (von links), Finn Lotz und Leon Degenhardt aus Balhorn. © Sascha Hoffmann

Die Sonne knallt mit einer derartigen Wucht ins Haus des Gastes, als wolle sie ihre Freude zum Ausdruck bringen. Freude, dass nach zwei Jahren endlich wieder unzählige Äpfel in den großen Saal eingezogen sind.

Naumburg - Naumburg ist endlich wieder Apfelhauptstadt, und die mittlerweile 23. Pomologentage locken mit Apfelmarkt samt Obstschau und Präsentation der Streuobstinitiative im Landkreis Kassel SILKA, Obstsortenbestimmungsseminaren, einem Konzert der Naumburger Stadtkapelle und vielem mehr tausende Besucher ins beschauliche Städtchen.

Auch Heidrun Siemon aus Hofgeismar hat es sich am Samstag nicht nehmen lassen, nach den zwei Jahren Corona-Zwangspause wieder zum Apfelmarkt zu kommen. Sie ist selbst eine kleine Apfelexpertin, kennt die meisten Bäume in ihrer Umgebung und hat sogar ein Baumkataster erstellt. „Wenn bei uns die Bäume versteigert werden, fragen mich die Leute schon, welche Sorten sich lohnen, was man womit gut machen kann“, sagt sie und zeigt ihren Korb voller Äpfel, den sie mitgebracht hat. „Ich komme schon seit Jahren her und lasse verschiedene Apfelsorten bestimmen.“ Dafür muss sie allerding eine ganze Weile warten, denn Apfelexperte Jan Bades Urteil ist heißbegehrt, die Wartezeit entsprechend lang.

Bade ist auch verantwortlich für die beeindruckende Obstschau, bei der wieder einmal weit über 200 Apfelsorten sowie Birnen und Quitten zu bewundern sind. „Für mich ist es die schönste Obstschau Deutschlands“, freut sich Claudia Thöne, Mitorganisatorin der Pomologentage, die das Thema Apfel in seiner Vielfältigkeit und Bedeutung für Mensch und Natur sowohl für Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft als auch für Praktiker und Liebhaber lebendig darstellen wollen.

Birnen- und Quittensorten waren auch zu bewundern: für Claudia Thöne die schönste Obstschau Deutschlands.
Birnen- und Quittensorten waren auch zu bewundern: für Claudia Thöne die schönste Obstschau Deutschlands. © Sascha Hoffmann
Seit Jahren großer Apfelfan: Heidrun Siemon aus Hofgeismar.
Seit Jahren großer Apfelfan: Heidrun Siemon aus Hofgeismar. © Sascha Hoffmann

„Es ist einfach wunderbar, dass wir endlich wieder hier zusammenkommen können“, sagt Thöne, die sich zum Neustart keinen gewöhnlichen, sondern einen Apfelchampagner schmecken lässt. Der kommt aus der Region, genauer gesagt aus Schauenburg, wo sich Joachim Döhne schon seit Jahren Gaumenschmeichlern aus Früchten verschrieben hat. Diesmal hat er auch seinen Rauscher mit dabei. Döhne: „Das ist praktisch ein Apfel-Federweiser, das Anfangsstadium des späteren Schaumweins, er hat wenig Alkohol und überzeugt durch seinen sehr fruchtigen Geschmack.“

Das tut auch der Apfelsaft von Ferdinand Schuler, was am Mix aus verschiedenen Apfelsorten liegt. „Ein Saft ausschließlich aus einer Sorte schmeckt nicht so wirklich gut“, sagt der Experte, der weiß: „Es kommt auf das richtige Verhältnis von Süße und Säure an.“ Sein Produkt sei regional, saisonal und einfach besser als das der Industrie, in diesem Jahr garantiert auch dank einer Extraportion Sonne.

Von Sascha Hofmann

Ob Apfelschaumwein oder Apfel-Rauscher: Gisela und Wolfgang Büchlein lassen sich gern die Gaumenschmeichler von Joachim Döhne (links) schmecken.
Ob Apfelschaumwein oder Apfel-Rauscher: Gisela und Wolfgang Büchlein lassen sich gern die Gaumenschmeichler von Joachim Döhne (links) schmecken. © Sascha Hoffmann

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