Laut Stadt gefährdeten sie die Sicherheit - Bürger empört

Radikalschnitt für Linden in Altendorf: Bäume von Pilzen befallen

Nach dem Eingriff: Von den beiden Dorflinden steht nur noch jeweils der Stamm. Seitens der Stadt wird versichert, dass die Bäume wieder kräftig ausschlagen werden. Fotos:  nh

Altendorf. Klaus Albrecht ist sauer. Keine 200 Meter von seinem Haus im Naumburger Stadtteil Altendorf entfernt haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes zwei Bäume gestutzt.

Rottig: Pilze haben Fäulnis an den Leitästen verursacht.

„Die Stadt hat zwei prächtige Linden vor der Kirche derart beschnitten, dass nur noch zwei Baumstümpfe übrig geblieben sind", klagt Albrecht. Die beiden Linden, so Albrecht weiter, „waren mit dem neu erstellten Ruheplatz ein Teil des ansprechenden Dorfzentrums. Der angerichtete Schaden werde „über Jahre hinaus das Bild negativ beeinflussen“. Er könne nicht nachvollziehen, warum seitens der Stadt der Schnitt vorgenommen wurde. Er sei unnötig, das anfallende Laub könne kaum der Grund sein und: „Verkehrssicherung war auch nicht gegeben“.

Das sehen die Verantwortlichen der Stadt, sowohl Bürgermeister Stefan Hable (CDU) wie auch die Mitarbeiter des Bauhofes, darunter ein langjähriger Forstwirt und ein Gärtner, ganz anders.

Nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Hable sollten die beiden Linden einen üblichen Pflegeschnitt erhalten. Dabei seien an den Leitästen derartige Schäden durch Pilzbefall und Fäulnis festgestellt worden, dass sich der zuständige Mitarbeiter des Bauhofes wegen des Gefährdungspotenzials und aus Gründen der Verkehrssicherung „fachlich korrekt für ein radikales Zurückschneiden der Bäume, das sogenannte Entwipfeln, entschieden hat“.

Die Bäume stehen in unmittelbarer Nähe zur Straße, zur Kirche und zum neu gestalteten Backhausplatz, der auch gerne von Kindern zum Spielen genutzt werde. Das Entwipfeln sei die einzige Möglichkeit gewesen, die Gefährdung aus der Welt zu schaffen, ohne gleich die Bäume komplett entfernen zu müssen.

Man habe das Entwipfeln auch deswegen gewählt, „weil die Schnittverträglichkeit der Linden bemerkenswert ist“, so Hable weiter. Selbst nach einem radikalen Rückschnitt aus dem Altholz, wie in Altendorf geschehen, treiben die Bäume in der Regel wieder üppig aus. Hable: „Wir gehen davon aus, dass sich der optische Eindruck der Bäume spätestens in zwei Jahren wieder normalisiert hat, dann allerdings als „Kugel-Linde“.

Hinweis: In der ersten Version des Artikels stand, dass Stefan Hable parteilos wäre - das ist falsch. Hable ist Christdemokrat. Wir haben den Fehler korrigiert.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.