Mit roter Nase zum Dreh: Filmaufnahmen auf Schloss Elbenberg

Elbenberg. Das Schloss der Familie von Buttlar in Elbenberg bot die Kulisse für einen Film, in dem zwei Clowns die Hauptrollen spielen.

Das Wörtchen „Gag“ hört sie gar nicht gern. „Clowns mögen diese Bezeichnung nicht“, sagt Bettina Fröhlich-Burkamp. Auch wenn sie die klassisch-rote Nase gern trage, gehe es ihr doch um viel mehr. „Ob Clown oder nicht, wichtig ist, was ich bedienen, was ich transportieren möchte.“

Clown ist eben nicht gleich Clown, und das will Fröhlich-Burkamp gemeinsam mit ihrer Bühnenpartnerin Katja Gierke als Duo Buschbohne auch im neuen Bühnenstück „Ja, nein, vielleicht - Weg einer Beziehungskiste“ beweisen, für das sie das Elbenberger Schloss am Wochenende in ein Filmset verwandelt hat.

Ein Film nämlich soll künftig der Live-Inszenierung die Rahmenhandlung liefern, und dafür lassen jede Menge Bühnenschminke und Kostüme die Clowns Flora und Krümel lebendig werde. Erste Aufnahmen sind bereits im Herbst unter anderem in Habichtswald entstanden. Kein Zufall, denn dort lebt Fröhlich-Burkamp mit ihrem Mann und den zwei Kindern.

Elbenberg statt Rosenheimcops: Kamerafrau Sabine Berchter dreht normalerweise beliebte TV-Serien fürs ZDF. Regisseur Mark Seebürger stand ihr beim Filmdreh im Naumburger Ortsteil zur Seite.

Ihre aus dem nordrhein-westfälischen Hamminkeln stammende Partnerin Katja Gierke hat sie beim Casting einer Clownsschule kennengelernt. „Vom ersten Tag an hat es harmoniert“, erinnert sich die 41-Jährige, was man auch sofort merkt, wenn man den beiden während der Dreharbeiten zuschaut.

Die Geschichte: Ein Graf schreibt einen Liebesbrief samt Heiratsantrag an Lady Greta. Alles, was zu seinem Antrag gehört, packt er in eine große Kiste, die die Clowns nach Übersee schaffen und der Angebeteten überbringen sollen.

Für Kamerafrau Sabine Berchter eine nicht alltägliche Story, denn normalerweise hat sie Verbrecher, Polizisten und richtige TV-Stars vor der Linse. Berchter dreht fürs ZDF beliebte Krimiserien. Soko Köln, Soko München, Rosenheimcops. Im Moment ist Drehpause, weshalb sie ihrer alten Freundin Bettina gern unter die Arme greift. Die Hamburgerin genießt die Abwechslung, auch wenn sie zum Clownsdreh auf manches verzichten muss: „Wir sind hier natürlich viel weniger Leute, normalerweise arbeite ich mit einem rund 30-köpfigen Team.“ Der Clowns-Film komme von Haus aus mit weniger Technik aus, handele es sich schließlich um einen Schwarz-Weiß-Stummfilm, für den schon einmal der komplette Tonbereich wegfalle.

So kann sich Berchter voll und ganz auf die Bilder einlassen, die Mark Seebürger auf einem kleinen Bildschirm genauestens verfolgt.

Seebürger ist nicht nur Regisseur des Films, sondern kümmert sich auch um das Bühnenstück. „Ich gebe Sabine mein ganzes Vertrauen, sie ist der Profi und weiß, welche Bilder ich brauche“, so der Düsseldorfer. Es gehe ihm vor allem um den Live-Moment, die Resonanz mit dem Publikum. Und dafür brauche es auch Gags, oder besser gesagt Pointen, denn das Wörtchen „Gag“ hören anspruchsvolle Clowns nicht gern.

Von Sascha Hoffmann

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