Auf Spenden angewiesen

Sanierung der Altendorfer Kirche soll im Frühjahr beginnen

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Pfarrer Oliver Jusek mit Sparschwein: Mehr als 100 Spardosen wurden in Altendorf an die Haushalte verteilt mit der Bitte, für die Arbeiten an der Bonifatiuskirche zu spenden. Die letzte große Sanierung liegt 44 Jahre zurück. 

Altendorf. Unterstützung leichtgemacht: Mehr als 100 Spardosen haben die Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Förderkreises zur Erhaltung der Bonifatiuskirche in Naumburgs kleinstem Stadtteil Altendorf in die Haushalte getragen, damit jeder auf diese Weise sein Scherflein zur Sanierung der Dorfkirche beitragen kann.

„Da muss man zum Spenden nicht mal das Haus verlassen“, sagt Pfarrer Oliver Jusek.

Die Aktion mit den Sparschweinen, die die Kasseler Sparkasse zur Verfügung stellte, ist Teil der Bemühungen, möglichst viel Geld von privater Seite in den Spendentopf zu bekommen. Noch bis Mitte November wird gesammelt, dann Bilanz gezogen. Aus dem Kirchenerhaltungsfonds, einer Stiftung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, wird die zusammengetragene Summe verdoppelt, sagt der Pfarrer.

Um den Topf zu füllen, sind die Altendorfer ausgesprochen einfallsreich und produktiv. Eine Filmvorführung im September in der Elbenberger Kirche ist in Planung, außerdem werden Altendorfer Produkte in der Region verkauft: Marmelade, Liköre, selbstgepresster Apfelsaft, Holzschnitzereien. „Damit tingeln wir über die Märkte der Umgebung“, erklärt Oliver Jusek.

„Damit tingeln wir über die Märkte der Umgebung.“

Pfarrer Oliver JUsek

Jeder Cent werde dringend gebraucht, so die Botschaft des Pfarrers, denn im kommenden Frühjahr sollen die Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus beginnen. Vorgesehen sei, so Jusek, dass die komplette Haustechnik erneuert wird. Derzeit gebe es in der Kirche, deren Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt und dessen heutiges Kirchenschiff 1830 erbaut wurde, gerade mal eine funktionstüchtige Steckdose. Die elektrische Sitzbankheizung, die man nur ein- oder ausschalten kann, gelte es zu modernisieren. Da sollte die Temperatur künftig regulierbar sein.

Orgel von Schimmel befallen

„Die Raumschale muss gemacht werden“, benennt Jusek den nächsten dicken Posten: Von Wänden und Decke werde die Farbe komplett entfernt, wo nötig, der Putz erneuert und dann neu gestrichen. Für rund 50 000 Euro müsse die von Schimmel geplagte Orgel überarbeitet werden. Um die Feuchtigkeit künftig in Grenzen zu halten, werde eine automatische Lüftung in der Kirche installiert.

Geplant sei, den Chorraum auf das Niveau des Kirchenschiffs abzusenken und die erste Bankreihe herauszunehmen, damit man die Kirche besser als Haus der Gemeinschaft nutzen könne. Und schließlich müssen die Fenster überarbeitet oder erneuert werden, da sei noch keine Entscheidung gefallen.

400 000 Euro

Das alles hat seinen Preis. Der finanzielle Rahmen ist mit 400 000 Euro gesteckt. Und dafür werden die Spenden dringend benötigt. Auch wenn die Landeskirche die Hauptlast schultere, trage jeder gespendete Cent dazu bei, das ambitionierte Projekt möglichst vollständig zu verwirklichen. Bislang sind laut Pfarrer Jusek rund 15 000 Euro zusammengekommen.

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