Feuer drohte auf Stallung zu übergreifen

Schlepper brannte: Großeinsatz für Naumburger Feuerwehr

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Namburg. Großeinsatz für die Naumburger Feuerwehren: 55 Brandschützer waren am späten Montagabend auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Nähe des Naumburger Campingplatzes im Einsatz, um einen Schlepperbrand zu löschen.

Dieser drohte auf die in Holzständerbauweise errichteten Stallungen überzugreifen.

Nachbarn hatten gegen 22.40 Uhr einen explosionsartigen Knall gehört und waren ins Freie gegangen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Hinter den Stallungen des gegenüberliegenden Bauernhofes sahen sie Feuerschein und alarmierten die Feuerwehr. Auch der Landwirt wurde durch den Schlag aufgeschreckt, dazu kam, wie er gegenüber der HNA sagte, dass sein Hund "wie doll bellte". Der Schlepper, mit dem der Vollerwerbslandwirt noch zweieinhalb Stunden zuvor das Futter für seine 60 Kühe und deren Nachzucht - zusammen 120 Tiere - in den Stall transportiert und dann wie immer außen neben dem Stall abgestellt hatte, stand komplett in Flammen.

Die schnell eintreffenden Feuerwehren aus der Kernstadt, Elbenberg und Altenstädt starteten, wie Stadtbrandinspektor Thomas Heger sagte, einen Parallelangriff: Ein Trupp Atemschutzträger bekämpfte die Flammen am Schlepper mit Schaum, ein weiterer Trupp ging ins Gebäude, wo der Brand bereits auf das Büro übergesprungen war. Gleichzeitig wurden Lüfter in Stellung gebracht, die Rauchgase aus dem Stall drückten. Kurz nach 23 Uhr waren die Flammen gelöscht.

Wäre der Brand nur zehn Minuten später entdeckt worden, sagten erfahrene Feuerwehrleute, hätte der Stall in Flammen gestanden.

Über die Brandursache war bislang noch nichts zu erfahren, auch zur Höhe des Schadens wurden noch keine Angaben gemacht.

Landwirt Ludger Hamel hatte nach dem Einsatz aber auch erst einmal ganz andere Sorgen: In seinem automatisierten Stall erledigt ein Roboter das Melken der Kühe. Das Gerät ist rund um die Uhr im Einsatz. "Wenn der Melkroboter ausfällt, haben wir ein ganz großes Problem", sagte er noch während des Feuerwehreinsatzes. Wegen des Brandes fiel die Stromversorgung aus dem Netz aus, das Gerät wird dann über einen überschaubaren Zeitraum aus einem Speicher mit Energie versorgt. Ob der über Nacht halten würde, war zunächst unklar.

Naumburg: Schlepper brannte

Artikel aktualisiert um 15.40 Uhr

Und so ging man noch in der Nacht daran, den Melkroboter und verschmorte Schläuche für die hydraulische Steuerung der Anlage sowie Kunststoffrohre instand zu setzen, wobei von der Firma sofort ein Techniker zur Unterstützung anrückte. Der Computer, der im Büro den Hitzetod gestorben war, wurde vorübergehend durch ein Laptop ersetzt. Gegen 3.30 Uhr, so Ludger Hamel am Dienstagvormittag, sei der Melkroboter bereits notdürftig repariert gewesen und habe die Arbeit wieder aufgenommen. In seinem verkohlten Büro wartet noch eine Menge Arbeit. Der Großteil der Dokumente sei verbrannt, „aber das Wichtigste“, sagt Hamel, „die Pässe der Tiere, die konnte ich noch rechtzeitig rausholen“. Die Polizei geht von einem technischen Defekt am Schlepper als Brandursache aus. Sie schätzte den Schaden auf 15.000 Euro.

Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr waren auch Rettungskräfte der DRK-Bereitschaft Naumburg und vom ASB am Einsatzort, sie mussten aber nicht eingreifen, es gab keine Verletzten.

Von Norbert Müller

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