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Knapp die Hälfte der Naumburger Haushalte will schnelles Internet

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Von: Norbert Müller

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Mehr Tempo fürs Internet: In der Naumburger Kernstadt mit Altstadt  wird Glasfaser verlegt.
Mehr Tempo fürs Internet: In der Naumburger Kernstadt mit Altstadt wird voraussichtlich 2023 Glasfaser für eine schnelle Datenübertragung gelegt. © Norbert Müller

Nun bekommt auch die Naumburger Kernstadt ein schnelles Glasfasernetz. Im kommenden Jahr sollen die Haushalte, die einen entsprechenden Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben, angeschlossen werden.

Naumburg – Ein wenig neidisch hat so mancher Internetnutzer aus der Naumburger Kernstadt in den vergangenen Monaten auf die Entwicklung in den Nachbarorten geblickt: Dort wurde und wird eifrig Glasfaser bis zu den Haushalten verlegt, Technik auf Höhe der Zeit, nicht wie in Naumburg, wo die Daten sich auf der letzten Meile noch über alte Kupferkabel quälen müssen.

Der träge Datenfluss wird in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören: Das Unternehmen Deutsche Glasfaser wird die Naumburger Kernstadt mit einem modernen Leitungsnetz bestücken, bei dem rasante Übertragungsraten von 1000 Mbits pro Sekunde möglich sein werden.

Gerade hat das Unternehmen in der Kernstadt den ersten Schritt auf dem Weg zum Ausbau abgeschlossen, die sogenannte Nachfragebündelung. Seit der zweiten Maiwoche waren Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser in der Kernstadt unterwegs, um Vorverträge mit der künftigen Kundschaft abzuschließen. Mindestens 40 Prozent der Haushalte mussten dabei ihr Interesse an einem Anschluss bekunden, damit das Unternehmen auf eigene Kosten ausbaut. Am Ende waren es dann nach Angaben der Deutschen Glasfaser knapp 550 Naumburger Haushalte, für die Verträge abgeschlossen wurden. Das entspricht einer Quote von 47 Prozent.

Jetzt folgt direkt die Planungsphase. Dabei geht es unter anderem um die Festlegung des Standortes für den Glasfaserhauptverteiler. Da gelte es nun, geeignete städtische Grundstücke zu suchen. Außerdem werden die Tiefbauarbeiten vorbereitet, für die ein Partnerunternehmen eingesetzt wird. Der Hauptverteiler ist der zentrale Punkt des Glasfasernetzes im Ort und wird das erste sichtbare Zeichen des Ausbaus sein. Von hier aus werden die Glasfaserleitungen bis zu den Kunden ins Haus gelegt. Voraussichtlich 60 bis 80 Kilometer der modernen Strippen werden dann ins Erdreich gebracht. Dort, wo es möglicht ist, werde man modernste Technik einsetzen, um den Aufbruch an Straßen und Gehwegen so gering wie möglich zu halten, erklärte Projektmanager Bau Jürgen Kühne am Dienstag auf Anfrage.

Die Palette reiche da von der Erdrakete über Bohrverdrängungsgeräte bis zum gelenkten Bohrverfahren. Allerdings lasse sich die Technik nicht überall einsetzen.

Über die Höhe der Investition könne man zum derzeitigen Zeitpunkt keine seriöse Aussage machen, sagte Kühn, man steige ja gerade erst in die konkrete Planungsphase ein.

Vorsichtig ist der Projektmanager Bau auch bei Aussagen zum weiteren zeitlichen Ablauf. „Wir wollen realistisch sein: Wir werden jetzt Grundstücke suchen, es ist Urlaubszeit, dann kommt der Winter.“ Aus dem Bauch heraus würde er sagen: „Es geht in diesem Jahr mit den Arbeiten nicht mehr los.“ Im Laufe des kommenden Jahres soll das Projekt aber fertig werden.

In den Stadtteilen Altenstädt, Elbenberg und Altendorf werden bis dahin die Anschlüsse für ein Hochgeschwindigkeitsnetz wohl gelegt sein. Dort ist die Firma Goetel bereits am Start. (Norbert Müller)

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