Naumburgs Schokoladenseite in kleinen Häppchen

Stadtgeschichte per Memory und Puzzle

Mit Puzzle und Memory am Esszimmertisch: Michael Loskant hat für den Förderverein Altstadt Naumburg zwei Spiele gestaltet, die spannende Perspektiven eröffnen.
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Mit Puzzle und Memory am Esszimmertisch: Michael Loskant hat für den Förderverein Altstadt Naumburg zwei Spiele gestaltet, die spannende Perspektiven eröffnen.

Spielerisch in die Naumburger Geschichte eintauchen: Dazu hat Michael Loskant ein Memory und ein Puzzle gestaltet.

Naumburg – „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Michael Loskant und blickt auf den großen Esszimmertisch. Vor ihm liegen ein gerade vollendetes Puzzle mit einer Naumburg-Ansicht und viele kleine Pappkärtchen mit Motiven der Naumburger Altstadt aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Kärtchen sind Teil eines Memorys, das gemeinsam mit dem Puzzle zu einem neuen Projekt des Fördervereins Altstadt Naumburg gehört.

Gegen Mittag sind die roten Schachteln, in denen die Spiele aufbewahrt werden, geliefert worden. Michael Loskant, der sowohl die Idee dazu hatte, als auch das Projekt bis zur Realisierung führte, hat sich gleich daran gemacht, die Produkte zu begutachten. Das Puzzle hat 266 Teile, und auch wenn sich der 68-Jährige bestens in Naumburg auskennt und zudem die Fotovorlage für das Puzzle geliefert hat, benötigt er doch gut drei Stunden beim ersten Legen, bis die portionierte Schokoladenseite der Stadt vollendet vor ihm liegt.

Der pensionierte Lehrer ist Vorstandsmitglied des Fördervereins Altstadt Naumburg und Vize-Vorsitzender des Geschichtsvereins und beschäftigte sich schon länger mit dem Gedanken, wie man den Naumburgern heute auf kurzweilige Art Stadtgeschichte vermitteln und sie für die architektonischen Schätze ihres Heimatortes begeistern könnte. Und wenn man letztlich über den Verkauf sogar noch etwas Geld für die Aufgaben des Fördervereins einnehmen könnte – umso besser.

Puzzle und Memory schienen ihm dafür bestens geeignet. Aus seinem Archiv historischer Fotos wählte er 25 Motive aus, um ihnen jeweils ein aktuelles gegenüber zu stellen. Genau diese Motive galt es nun zu fotografieren – möglichst aus der gleichen Perspektive, die die Fotografen der historischen Vorlagen einst wählten.

Und damit es nicht ganz zu einfach wird, hat Loskant auch Standorte ausgewählt, die nicht mehr der alten Vorlage entsprechen. Beispiel: Die alte Ziegelei im Hattenhäuser Weg gibt es längst nicht mehr, dort steht heute das Haus des Gastes. Beide bilden im Memory ein Pärchen. „Das werden die Jüngeren nicht wissen. Da werden sie schon mit den älteren Naumburgern ins Gespräch kommen müssen“, nennt der 69-Jährige einen willkommenen Nebeneffekt des Spiels.

Karte aus dem Memory: Der Blick auf den Naumburger Marktplatz, wie er 1924 aussah.
Und das Gegenstück: So sieht der Marktplatz gut 100 Jahre später mit Abrisslücke aus.

An drei Nachmittagen war Michael Loskant mit seiner Kamera unterwegs, hakte dabei nicht nur die Motivliste fürs Memory ab, sondern begab sich auch auf die Pirsch nach einer geeigneten Stadtansicht fürs Puzzle. Klar war, dass er die Stadt von ihrer besten Seite zeigen wollte. „Man muss die Stadtmauer sehen, das Pfund, mit dem wir wuchern können“, formuliert der Fotograf seinen Anspruch ans Bild. Der Blick von Südosten auf die Stadt bei strahlendem Sonnenschein und mit herbstlich leuchtenden Farben hat dann Loskant in allen Punkten zufriedengestellt. Es aus 266 Teilen zusammenzusetzen, sei dann aber doch eine gewisse Herausforderung, die aber durchaus gewollt ist: „Man soll sich schon eine gewisse Zeit damit beschäftigen“, wünscht sich Loskant von den Käufern des Puzzles und auch des Memorys. „Das kann auch für die Naumburger einen neuen Blick auf ihr Städtchen eröffnen.“ (Norbert Müller)

Info: Puzzle (Verkaufspreis 10 Euro) und Memory (15 Euro) werden unter anderem an den kommenden Adventssamstagen von 10 bis 11 Uhr in der Geschäftsstelle des Geschichtsvereins Naumburg, Untere Straße 11, verkauft.

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