Es geht nicht nur um Haare

Seniorenheim Naumburg hat jetzt eigenen Friseur

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Gut gelaunt: Maria Wittich (76) freut sich über einen neuen Haarschnitt von Friseurmeisterin Heidrun Ley.  

Naumburg. Das Seniorenheim „Haus am See“ in Naumburg hat seit Kurzem einen eigenen Friseursalon. Er wurde Anfang Februar von Einrichtungsleiter Dirk Fischer zur Freude der Mitarbeiter und Heimbewohner eröffnet.

Der Friseursalon ist proppenvoll. Friseurin Heidrun Ley aus Balhorn hat alle Hände voll zu tun. „Waschen, Schneiden, Föhnen“ ist bei einer Kundin angesagt. Neben ihr sitzt eine Dame mit Lockenwicklern unter der Trockenhaube. Zwei weitere Frauen sitzen im Wartebereich und unterhalten sich. Ein ganz normaler Friseursalon, wenn nicht die Kunden über siebzig Jahre alt und mit Rollator oder Rollstuhl angekommen wären.

Professionell eingerichtet

Die mobile Friseurmeisterin Heidrun Ley, die schon seit drei Jahren in das Seniorenheim kommt, ist begeistert von dem neuen Salon. Hier ist alles professionell eingerichtet: Waschbecken, Spiegel, höhenverstellbare Stühle und natürlich ein gemütlicher Wartebereich mit den neuesten Zeitschriften. Und die Heimbewohner wissen das sehr zu schätzen. „Das ist hier sehr bequem und der Service ist gut“, sagt Maria Wittich (76), während Heidrun Ley mit dem Föhn ihren Haaren den letzten Schliff gibt.

Helma Krebs (87) ist ebenfalls mit dem Friseursalon sehr zufrieden. Sie legt großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und kommt jeden Mittwoch, wenn der Salon geöffnet ist. Elli Heiderich (78) ist unangemeldet gekommen, in der Hoffnung, noch einen freien Termin zu ergattern. Sie hat Glück, muss jedoch noch etwas warten. Kein Problem, dann kann sie in der Zwischenzeit noch einen kleinen Schwatz mit ihrer Nachbarin halten. „Der neue Salon ist eine Bereicherung für uns alle“, sagt sie.

Beim Friseur gehe es nicht nur um „Waschen, Schneiden, Föhnen“, meint Heidrun Ley. Es sei ein bisschen wie eine Auszeit vom Alltag im Seniorenheim.

Modebewusste Seniorinnen

Wenn ihre Kundinnen den Friseursalon verlassen, dann fühlten sie sich meistens besser. Viele Seniorinnen sind sehr modebewusst. Haare färben oder Strähnchen sind beispielsweise sehr beliebt. Heidrun Ley erfüllt alle Wünsche, auch eine Kopfmassage gehört zum Programm. Außerdem ist der Salon auch ein Ort der Kommunikation. Gesprächsthema Nummer eins ist die Familie, vor allem die Kinder und Enkelkinder. Manchmal geht es aber auch um den Tod einer Mitbewohnerin, der alle betroffen macht.

Heidrun Ley hat sich darauf eingestellt, dass ihre Kunden Bewohner eines Seniorenheimes sind und sie deswegen manchmal mit ihnen anders umgehen muss. Aber die Arbeit mit den Senioren macht ihr Spaß und sie fühlt sich in dem neuen Friseursalon sehr wohl, auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Heimleitung.

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