Strümpfe für guten Zweck

20. Geburtstag: Seniorenkreis der evangelischen Kirche Naumburg feiert

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20 Jahre Seniorenkreis: Viele Erinnerungen werden bei Ruth Bernhardt (84) angesichts der Fotos von Aktivitäten der Seniorengruppe der evangelischen Kirche Naumburg wach.

Naumburg. Der Seniorenkreis der evangelischen Kirche Naumburg feiert am Sonntag einen runden Geburtstag. Mitbegründerin Ruth Bernhardt blickt auf die Gründung zurück.

„Meine Oma hat mir schon als Kind die Liebe zu Gott und zu den Menschen mitgegeben“, sagt Ruth Bernhardt über ihre Großmutter, die durch ihre liebevolle und gottesfürchtige Art den Grundstein für das spätere kirchliche und soziale Engagement ihrer Enkelin gelegt habe. So gründete Bernhardt zusammen mit Edith Mütze aus Naumburg vor 20 Jahren den Seniorenkreis der evangelischen Kirche Naumburg. Dieses Jubiläum wird nun am morgigen Sonntag ab 14 Uhr mit einem Festgottesdienst und Kaffee und Kuchen im Gemeindehause gefeiert.

Es war vor allem die Freundin Edith, die den Vorschlag zur Gründung einer Seniorengruppe in der Kirchengemeinde gemacht habe. Die beiden damaligen Kirchenvorsteherinnen fanden die Idee gut und starteten zunächst mit sieben Frauen eine „Strick- und Nachmittagsrunde“, wo Strümpfe gestrickt wurden.

Schnell wuchs die Gruppe auf etwa 30 Frauen und Männer, die sich zweimal monatlich im Gemeindehaus trafen. Das Programm bestand neben Beten, Singen und Lesen hauptsächlich aus Handarbeit. Die Artikel wurden meist auf Basaren verkauft, der Erlös ging an wohltätige Zwecke.

Die fleißigen Frauen konnten so größere Beträge für in Not geratene Familien und für die Patengemeinde in Estland zur Verfügung stellen. Aber auch die eigene Kirchengemeinde unterstützte der Seniorenkreis mit Geld oder persönlichem Einsatz.

Auch Geburtstage und Karneval wurden zünftig gefeiert. Tagesreisen führten durch Nordhessen und ins Sauerland, erinnert sich Ruth Bernhardt, die in Balhorn geboren wurde und 1953 der Liebe wegen nach Naumburg kam. Dort gründete sie eine Familie und war 30 Jahre lang in der Filiale der Kreissparkasse tätig.

Freud und Leid liegen bei der Seniorengruppe oft dicht beieinander. So kann Freundin Edith aus Gesundheitsgründen seit zwei Jahren nicht mehr aktiv mitarbeiten. „Ohne meinen Glauben an Gott und die Gemeinschaft hätte ich das alles nicht überstanden“, ist Ruth Bernhardt überzeugt.

Nun organisiert sie mit Unterstützung der Naumburger Pfarrerin Pille Heckmann-Talvar den Seniorenkreis überwiegend allein. Der Kreis sei insgesamt kleiner geworden, und jüngere Leute kämen nicht nach. Das bedauert die 84-jährige erste Vorsitzende der evangelischen Bürgergemeinschaft sehr. „Doch solange ich noch geistig und körperlich fit bin und so Gott will, werde ich weiterhin für den Seniorenkreis aktiv sein“, verspricht Ruth Bernhard.

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