Schwebend wie auf Stelzen

Skurrile Eiche in Naumburg versetzt Spaziergänger in Erstaunen

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Ein Fan des skurrilen Baums: Franz Ruthenbeck hat schon als Kind zwischen den Wurzeln der Eiche gespielt. 

Naumburg. Einst steckten sie verborgen im Erdboden, wie es sich für Baumwurzeln gehört. Heute steht die uralte Eiche freischwebend wie auf riesigen Stelzen am Hang in der Naumburger Röde. 

Doch der skurrile Baum weist noch eine andere Besonderheit auf: Klettert man unter seine bis zu zwei Meter dicken Wurzeln und schaut nach oben, so sieht man das gesamte Wurzelwerk der Eiche, das sonst von Erde verdeckt ist. Wildbienen, Wespen, Fledermäuse, der Specht und andere Tiere leben in den Hohlräumen des Kolosses, der immer wieder bei Spaziergängern für erstaunte Blicke sorgt. Generationen von Kindern haben in dem Baum gespielt, der sich fest in den Sandsteinhang klammert.

Auch Franz Ruthenbeck, der gegenüber wohnt, und sein Opa Franz Schramm, der 1880 geboren wurde. Schon als Schramm Kind war, lagen die Wurzeln frei. Nach der Erinnerung von Ruthenbeck holten die Landwirte immer mehr von dem sandigen Boden weg, um die Löcher in ihren Scheunen aufzufüllen - den Rest besorgte die Zeit. Ruthenbeck schätzt das Alter des Baumes auf 300 Jahre. „Er hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht verändert“ – das zeigen Luftaufnahmen von 1920.

Franz Ruthenbeck liebt den alten Baum, der schon mehrere Kriege überstanden hat und sogar dem Klimawandel trotzt. Selbst in diesem Dürre-Sommer ist der Baumriese grün und voll belaubt.

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