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Kitas sammeln Spenden für die Wolfhager Tafel

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Von: Norbert Müller

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Ab in den Bollerwagen: Emil Förster (links) nimmt von Dieter Rohrbach die Lebensmittelspende entgegen, daneben Sylvia Förster und Doris Rohrbach.
Ab in den Bollerwagen: Emil Förster (links) nimmt von Dieter Rohrbach die Lebensmittelspende entgegen, daneben Sylvia Förster und Doris Rohrbach. © Norbert Müller

Die Wolfhager Tafel wird in diesem Jahr in den Genuss einer Spendenaktion der Kitas in Elbenberg und Altenstädt kommen.

Elbenberg - Viel Überzeugungsarbeit musste Sylvia Förster nicht leisten, um Nachbarn und Freunde im Bereich des Oberdorfs in Elbenberg von der guten Sache zu überzeugen. Für die Martinsspende des örtlichen Kindergartens, den auch ihr Sohn Emil besucht, galt es, haltbare Lebensmittel für die Klienten Wolfhager Tafel zu organisieren. Und da hat sie sich dann mit ihrem Jüngsten ganz selbstverständlich auf den Weg gemacht.

Einen Korb als Sammelbehältnis kam allerdings nicht in Frage, der hätte nicht zum Anspruch ihres Sammelziels gepasst. Die beiden Försters starteten mit einem geräumigen Bollerwagen zu ihrer Tour.

Es kommt einiges zusammen: Svenja Jusek (von links) mit Tochter Johanna, Nele, Natalie und Max Raude, Alexander und Kita-Leiterin Ramona Pfündel mit Spenden in der Elbenberger Kita Zwergenstübchen.
Es kommt einiges zusammen: Svenja Jusek (von links) mit Tochter Johanna, Nele, Natalie und Max Raude, Alexander und Kita-Leiterin Ramona Pfündel mit Spenden in der Elbenberger Kita Zwergenstübchen. © Norbert Müller

Die Idee, die Tafel zu beglücken, die immerhin fast 500 Menschen im Wolfhager Land mit Proviant unterstützt, stammt von Svenja Jusek. Die Frau des örtlichen Pfarrers hörte während einer Autofahrt im Radio davon, dass die Tafeln derzeit einen kräftigen Zulauf Bedürftiger haben, der Zufluss der Lebensmittelspenden dagegen aber immer weiter abnehme. Zu diesem Zeitpunkt suchte die Kita Zwergenstübchen in Elbenberg gerade nach einem Begünstigten für die alljährliche Sankt-Martins-Aktion, bei der es um das Teilen geht. „Da hat sich das angeboten“, sagt Svenja Jusek. Das Ganze wurde dann erst mal mit dem Förderverein der Kita besprochen, für gut befunden, und auch gleich beschlossen, erklärt Natalie Raude, Vorsitzende des Fördervereins. Der nächste Schritt war die Kontaktaufnahme mit der Leitung der Wolfhager Tafel. Dort habe man sich dann abgestimmt und auch den Bedarf abgefragt. Mit dem evangelischen Kirchspiel Elbenberg/Altendorf wurde ein Aufruf an die Eltern der Kita-Kinder und die übrigen Bewohner beider Dörfer formuliert, mit der Bitte, die Aktion mit der Gabe von haltbaren Lebensmitteln zu unterstützen. Kita-Leiterin Pfündel: „Unser Ziel war es, so viele Leute wie möglich zu erreichen. Und das hat auch geklappt.“ Es sei schon ordentlich was zusammengekommen. Dazu trage auch bei, dass der zweite städtische Kindergarten, die Kita Regenbogenland in Altenstädt, mit eingestiegen ist. Dort läuft die Aktion für die Wolfhager Tafel zeitgleich. Beide Kitas sind die Annahmestellen für die Lebensmittel. Abgegeben werden können die Spenden während der Öffnungszeiten der Einrichtungen: montags bis donnerstags von 7 bis 17 Uhr und freitags von 7 bis 15.30 Uhr.

In den vergangenen Jahren, sagt Ramona Pfündel, Leiterin des Elbenberger Zwergenstübchens, hatte man Spielsachen sowie Kleidung für Kinder und Erwachsene gesammelt und an einen Hilfsverein in Fritzlar weitergegeben. Den gebe es allerdings nicht mehr, deswegen brauchte es ein neues Konzept. Angesichts des lokalen Bezugs der Wolfhager Tafel habe man eine gute Lösung gefunden.

Teilen ist das Thema

Die beiden Kitas sind aber längst nicht nur Annahmestellen. Die Sankt-Martin-Spendenaktion ist auch bei den Kindern Thema. „Für die Kinder ist es schön, zu sehen, dass es auch eine Verantwortung für die Menschen gibt, denen es besser geht. Und dass die Kinder erfahren, der Gedanke von Sankt Martin ist zu teilen“, sagt Svenja Jusek die auch Beisitzerin im Förderverein ist. „Es geht darum, dass man etwas abgibt, gerade in diesen Zeiten“, ergänzt Natalie Raude. „Es ist ja schlimm, dass Menschen überhaupt zu den Tafeln gehen müssen“, sagt Ramona Pfündel, „und dass es das direkt vor der eigenen Haustür gibt“.

Das Besprechen der Aktion mit den Kindern habe noch einen besonderen Effekt, erklärt Ramona Pfündel. „Die gehen dann nach Hause und erzählen davon ihren Eltern. Die kommen dann kaum noch drumherum, was mitzubringen.“ Da komme dann schon mal morgens der Opa mit dem Enkel in die Kita und bringt eine Packung Nudeln vorbei.

Noch bis zum Martinstag

Ob und was gespendet wird, könne ja jeder frei entscheiden – von der Schachtel Kekse bis zur teureren Fischkonserve. Bis zum Martinstag können noch Spenden abgegeben werden. In der darauf folgenden Woche sollen die Lebensmittel dann spätestens an die Wolfhager Tafel übergeben werden, denn es sei doch schon einiges zusammengekommen, was in der Einrichtung auch viel Platz beanspruche.

Haltbare Lebensmittel

Zu verdanken sei das der regen Beteiligung durch die Familien der Kita-Kinder, aber auch anderen Spendern wie der Landmetzgerei Ritter in Altendorf, die 60 Gläser mit verschiedenen Wurstsorten spendiert habe. Und natürlich eifrigen Sammlern wie Sylvia Förster und ihrem Sohn Emil. Die hatten schon nach kurzer Zeit den Bollerwagen randvoll mit den unterschiedlichsten Lebensmitteln, gut verpackt und lange haltbar, genau das, was die Tafel für ihre Klienten gut gebrauchen kann. Kurz vor der Dämmerung stehen die beiden bei Doris und Dieter Rohrbach auf dem Hof, die Nüsse, Nudeln und Fischkonserven beisteuern.

Dass man sich an der Aktion beteilige, sei doch selbstverständlich, sagt Dieter Rohrbach. Da brauche es überhaupt keine Überzeugungskünste. (Norbert Müller)

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