Nisthilfe im Naturschutzgebiet Hengstwiesen

Störche sollen in Naumburg heimisch werden

Bauplatz für Störche: Bürgermeister Stefan Hable (links) mit Rainer Weishaar vom Forstamt vor der Nisthilfe im Naturschutzgebiet Hengstwiesen.
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Bauplatz für Störche: Bürgermeister Stefan Hable (links) mit Rainer Weishaar vom Forstamt vor der Nisthilfe im Naturschutzgebiet Hengstwiesen.

Die Chancen stehen gut, dass sich im kommenden Jahr auch im Bereich der Stadt Naumburg Weißstörche niederlassen. Eine entsprechende Nisthilfe wurde im Naturschutzgebiet Hengstwiesen aufgestellt.

Naumburg - Die Anregung, einen solchen Horst aufzustellen, kam aus der Naumburger Bevölkerung, erklärt Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Spaziergänger hatten im Bereich der Hengstwiesen immer wieder mal Weißstörche beobachtet, die offenbar vom Glockenborn bei Bründersen aus, wo sie schon seit Jahren wieder heimisch sind, einen Ausflug nach Naumburg unternommen hatten.

Gemeinsam mit dem Forstamt Wolfhagen und dem Wolfhager Storchenexperten Stephan Schmidt von der Wolfhager Stadtverwaltung wurde das Projekt geplant und die Wiese in unmittelbarer Nähe zum Hengstwiesen-See als Standort für den Horst ausgewählt.

Laut Bürgermeister Hable besteht der Horst aus einem massiven Stahlkorb, der im Auftrag des Forstamtes Wolfhagen von Schülern der Kasseler Waldorfschule mit Birkenastmaterial ausgekleidet wurde. Da laut Stephan Schmidt ein Storchenpaar ein bereits benutztes Nestangebot eher annimmt, wurde Storchenkot mit Spritzern weißer Deckenfarbe imitiert. Anschließend wurde der Stahlkorb dann auf einen gut acht Meter hohen Douglasienstamm geschraubt.

„Der Korb selbst wurde von der Oberen Naturschutzbehörde finanziert, der Douglasienstamm kommt aus dem Stadtwald Naumburg, und die Fundamente haben die Mitarbeiter des Bauhofs hergestellt“, erläutert Rainer Weishaar, der für das Projekt zuständige Mitarbeiter von Hessen Forst.

„Die Beschäftigten eines in der Naumburger Kernstadt ansässigen Metallbaubetriebs haben die nicht ganz einfachen Aufbauarbeiten professionell umgesetzt und ihre Arbeitskraft sowie den Maschineneinsatz gespendet“, so Weishaar weiter, der nun gespannt ist, ob ein Jungstorch noch vor dem Rückflug gen Süden diesen idyllisch gelegenen Standort begutachten wird.

Vielleicht können dann ab dem kommenden Jahr auch die Passagiere der Museumseisenbahn Hessencourrier, die dort am Naturschutzgebiet auf dem Weg zum Naumburger Bahnhof vorbeidampft, Weißstörche beobachten.

Verwaltungschef Hable freut sich, dass ein lang gehegter Wunsch jetzt durch den Einsatz von zahlreichen Unterstützern realisiert werden konnte. „Eine vielfältige Natur steigert immer auch die Lebensqualität für die Menschen vor Ort, und es wäre toll, wenn hier alsbald ein Storchenpaar nach Naumburg ziehen würde“, so der Rathauschef.

Wichtig sei allen Beteiligten in diesem Zusammenhang, sagte der Bürgermeister, „dass dieser Ort seiner Zweckbestimmung entsprechend als Rückzugsgebiet für die Tiere wahrgenommen wird und dass sich die Menschen beim Besuch dieses Gebiets verantwortungsvoll verhalten“. (Norbert Müller)

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