Suedlink: Energiespeicher könnten Alternative sein

Suedlink in der Kritik: Bei einer Info-Veranstaltung hat ein Umweltschützer Alternativen zu Suedlink aufgezeigt. Archivfoto: dpa

Naumburg. Umweltschützer Wolf von Fabeck vom Solarenergie-Förderverein Deutschland hat sich in Naumburg bei einer Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative Wolfhager Land gegen Suedlink (BI) ausgesprochen.

Statt Energieüberschüsse von Nord- nach Süddeutschland umzuleiten, wie bei der geplanten Stromtrasse Suedlink, sei es wichtiger, auf regionale Energiespeicher zu setzen. „Am besten wird der Strom dort erzeugt, wo er gebraucht wird“, sagte von Fabeck. Ein wesentlicher Vorteil von Energiespeichern sei die geringe Störanfälligkeit für extreme Wetterereignisse und terroristische Anschläge.

„Die technischen Voraussetzungen sind bereits vorhanden“, betonte von Fabeck, der im Haus des Gastes Langzeitspeichermethoden für Windkraftüberschüsse und Pufferspeicher für Photovoltaikanlagen als Beispiele nannte.

Von Fabeck sagte vor den 100 Zuhörern auch, dass die geplante Stromtrasse die Energiewende behindere. Ferntrassen förderten vielmehr den europäischen Stromhandel - und damit auch Braunkohlestrom.

Wolf von Fabeck

Die Bürgerinitiative hatte zuvor 1588 Unterschriften gegen Suedlink gesammelt und verschiedene öffentliche Aktionen gegen die Trasse unterstützt. BI-Organisatorin Ursula Günther lobte auch den Zusammenschluss („Hamelner Kreis“) von Landräten aus dem Weserbergland und Hessen, die vom Trassenverlauf betroffen wären. Dieser Arbeitskreis habe inzwischen Juristen damit beauftragt, die Suedlink-Planungen zu bewerten. Die Anwälte sind laut BI zum Schluss gekommen, dass die Planungen „nicht einer guten fachlichen Praxis entsprechen, da die vorgesehenen Trassenkorridore und Alternativtrassen nicht anhand einheitlicher Kriterien festgelegt wurde“.

Der Naumburger Bürgermeister Stefan Hable (parteilos) lobte die gute Zusammenarbeit der Suedlink-Gegner: „Die Besonderheit bei den Protesten gegen die geplante Suedlink-Trasse ist, dass Kommunen, Bürgermeister und Bürgerinitiativen an einem Strang ziehen“. Info: Das nächste öffentliche Treffen der BI gegen Suedlink findet am Montag, 13. April, ab 20 Uhr in der Gaststätte Zum Schiffchen in Wolfhagen statt. (ses)

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