Neue Bretter für den Mönch

Teich im Naumburger Naturschutzgebiet Hengstwiese drohte zu verlanden

Nur per Boot zu erreichen: Philipp Schwarz (links) und Dr. Martin Draude vom Angelsportverein bei den Reparaturarbeiten am Mönch des Hengstwiesenteichs.
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Nur per Boot zu erreichen: Philipp Schwarz (links) und Dr. Martin Draude vom Angelsportverein bei den Reparaturarbeiten am Mönch des Hengstwiesenteichs.

Der Mönch beim Teich im Naumburger Naturschutzgebiet Hengstwiese hat neue Bretter bekommen.

Naumburg – Boote auf dem Teich des Naumburger Vogelschutzgebietes Hengstwiese sind ausgesprochen selten. Schließlich sollen die Tiere, die sich dort aufhalten, ungestört bleiben. Nun aber war dort kurzzeitig viel Betrieb auf dem Wasser. Mit einem Kahn wurde zwischen Ufer und dem sogenannten Mönch, dem künstlich angelegten Ablauf, gependelt. Und das hatte einen guten Grund.

Der Teich, der normalerweise eine stattliche Wasserfläche von 2,7 Hektar umfasst, schwand langsam dahin. Als Grund für das zunehmende Verlanden des Gewässers wurde ein Defekt am Mönch festgestellt. Über dieses Bauwerk aus Beton kann der Wasserpegel reguliert werden. Im Mönch des Hengstwiesenteichs waren über die Jahre die eingelegten Holzbretter, über die der Wasserstand gesteuert wird, angefault und zum Teil auch durchgerottet. Und so rauschte dann zunehmend Wasser aus dem Teich in den angrenzenden Spolebach. Laut Bürgermeister Stefan Hable betrug der Wasserstand im Teich stellenweise weniger als ein Meter.

Höchste Zeit also, etwas gegen den weiteren unkontrollierten Abfluss zu tun. Der für die Betreuung des Naturschutzgebietes am Hattenhäuser Wald zuständige Forstbeamte Rainer Weishaar hat dann in Kooperation mit dem Naturpark Habichtswald, einem örtlichen Forstunternehmer und ehrenamtlichen Helfern des Angelsportvereins Naumburg die Reparatur angeschoben. Bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wurde zunächst der Zugang zum Mönch aufwendig freigeschnitten, um das Bauwerk überhaupt erreichen zu können. Dann ging es an die eigentlichen Erneuerungsarbeiten. Dazu wurden frische Eichenbretter benötigt und ein Gemisch aus Sägespänen und lehmiger Erde, das als Dichtmasse zwischen die insgesamt drei Bretterlagen einzubringen war. Die Dichtmasse wurde am Ufer von den Helfern angerührt. Dann wurde das Material Kahnladung für Kahnladung zum Mönch gerudert. Die alten Bretter wurden Stück für Stück entfernt und ersetzt, dazwischen wurde die frisch gemischte Abdichtmasse eingebaut und verfestigt.

„Der Mönch ist jetzt wieder dicht und voll funktionsfähig, sodass der Wasserstand bald wieder das normale Niveau erreicht haben wird“, freute sich Rainer Weishaar. Vor allem das Fachwissen und der Einsatz der Mitglieder des Angelsportvereins seien eine große Hilfe dabei gewesen, die Reparatur am Überlauf des Teiches erfolgreich abzuschließen.

Das Naturschutzgebiet Hengstwiese hat eine Gesamtfläche von knapp zwölf Hektar. Ursprünglich wurde die Fläche als Weide für die Hengste aus dem Stadtgebiet genutzt. Der Teich wurde künstlich angelegt und 1982 befüllt. Die Quellen im Gebiet reichen aus, um ihn auch im Sommer mit genügend Wasser zu versorgen. Das Land Hessen kaufte die Fläche und wies sie 1985 als Naturschutzgebiet aus. (Norbert Müller)

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