Paradies für Apfelliebhaber

Volles Haus bei den Pomologentagen mit großem Markt in Naumburg

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Die für die Veranstaltung verantwortliche Claudia Thöne und Apfelanbauer Helmut Sauerland aus Niederlistingen präsentieren die Lippoldsberger Tiefenblüte, die zur hessischen Lokalsorte 2020 gekürt wurde.

Das Haus des Gastes in Naumburg war am Wochenende ein Paradies für die Freunde und Liebhaber des Apfels.

Denn dort fanden inzwischen zum 22. Mal die Hessischen Pomologentage statt, wobei die Besucher aber nicht nur aus Hessen kamen, sondern aus ganz Deutschland.

Sie reisten an, um sich zu informieren, auszutauschen, in angebotenen Seminaren ihr Wissen zu erweitern oder von Experten zu erfahren, welche Apfelsorten in ihrem Garten wachsen. So gab es für Lissy Mihaly, Werner Nussbaum und Jan Bade vom Pomologen-Verein beim Bestimmen mitgebrachter Früchte kaum eine Verschnaufpause. Marie-Luise Eickmeier-Ehrlich aus dem ostwestfälischen Hohenwepel hatte gleich mehrere mit Äpfeln gefüllte Kartons mitgebracht. Denn sie hat sich seit elf Jahren ehrenamtlich auf die Fahnen geschrieben, die in ihrer Heimatregion an den Straßenrändern stehenden alten Apfelsorten zu identifizieren, zu dokumentieren und zu kartieren. Bisher konnte die Hobby-Pomologin schon rund 100 Sorten entdecken.

Kleiner Pott für kulinarische Köstlichkeit: Töpfer Norbert Müller aus Stadtoldendorf präsentiert einen von ihm hergestellten Apfelbräter.

Apropos alte Sorten. Sie stehen auch für Gärtnermeister Helmut Sauerland aus Breuna-Niederlistingen im Fokus seiner Arbeit. Bereits in dritter Generation werden in seinem Betrieb mit über 400 Bäumen vorwiegend rund 100 lokale und regionale Sorten angebaut und verarbeitet. Darunter auch die Lippoldsberger Tiefenblüte, die von der Landesgruppe Hessen im Pomologen-Verein zur Hessischen Lokalsorte 2020 gekürt wurde.

Marie-Luise Eickmeier-Ehrlich (rechts) aus Hohenwepel lässt von Werner Nussbaum (stehend), Jan Bade und Lissy Mihaly Apfelsorten bestimmen.

Nicht nur Sauerland, sondern fast alle gewerblichen und privaten Apfelanbauer mussten sich in diesem Jahr mit spärlicheren Erträgen begnügen. Die Erntemenge, so war zu erfahren, betrage witterungsbedingt nur gut ein Viertel des letztjährigen Volumens. Einen positiven Trend stellt Sauerland fest: Immer mehr Verbraucher bevorzugen statt der perfekt anmutenden Supermarktfrüchte mehr und mehr wieder die alten, lokalen Sorten mit ihren ganz besonderen Aromen.

Ausstellung: Die Besucher des großen Apfelmarktes staunten über die enorme Vielfalt der präsentierten Apfelsorten.

Beim Naumburger Apfelmarkt, ausgestellt waren 200 Apfel- und Birnensorten, drehte sich irgendwie alles um das gesunde Obst. An 38 Ständen konnte nach Herzenslust nicht nur eingekauft werden, sondern es wurde auch Wissen vermittelt: vom Pflanzendoktor, zur Biodiversität, zur Gestaltung eines bienenfreundlichen Gartens und über den Nutzen auch der Hummeln beim Bestäuben der Obstblüten.

Für die Unterhaltung der Kinder sorgte Gerd der Gaukler. Am Sonntag gab es einen zusätzlichen Besucheransturm, machte da doch der von Kassel kommende Museumszug Hessencourrier Station in Naumburg.

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