Neubau in Naumburg

Entscheidung für Kita-Trägerschaft steht noch aus

Sie nimmt Formen an: Über Winter soll der Innenausbau der neuen Naumburger Kindertagesstätte St. Vinzenz im Mittelpunkt stehen. Die Einweihung ist für den Sommer 2022 geplant.
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Sie nimmt Formen an: Über Winter soll der Innenausbau der neuen Naumburger Kindertagesstätte St. Vinzenz im Mittelpunkt stehen. Die Einweihung ist für den Sommer 2022 geplant.

Der Neubau des Kindergartens in Naumburg macht deutliche Fortschritte. Mit Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August 2022 soll der Betrieb anlaufen. Bis dahin muss die Trägerschaft neu verhandelt und vertraglich besiegelt werden.

Zwischenzeitlich gab es leise Zweifel, ob die Stadt, die die Kita baut, weiter an der Trägerschaft durch die katholische Kirchengemeinde interessiert ist. „Eine Zeit lang“, sagt Michael Stein, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der katholischen Kirchengemeinde Naumburg, seien von der Stadt keinerlei Signale gekommen, ob es zu einer Fortsetzung der Zusammenarbeit kommen würde. „Wir wussten nicht, wie es weitergehen würde.“

Klar war aber, dass man nicht alle Zeit der Welt hat bis zu einer Entscheidung. Denn bei der Aufnahme des Betriebes muss für die neue Kita zusätzliches Personal, das wegen der Erweiterung um eine Gruppe nötig wird, verpflichtet worden sein. Das ist Sache des Trägers, und Erzieherinnen und Erzieher seien nur sehr schwer zu finden, so Stein.

Inzwischen kam es in Naumburg zu einem Treffen zwischen der Spitze der Stadtverwaltung, Mitgliedern des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde und der Leiterin des bischöflichen Dezernats Service/Aufsicht kirchliche Rechtsträger, Gudrun Spiegel-Klüber. In dieser Sitzung seien die Eckpunkte für eine Fortsetzung der Trägerschaft und einen entsprechenden Betriebsvertrag besprochen worden.

Im Kern ging es dabei auch darum, wie sich Kommune und Kirche die sogenannten nichtgedeckten Betriebskosten aufteilen, also das, was nach Abzug der Landesförderung und der Elternbeiträge übrig ist. Bislang teilte man sich die Summe im Verhältnis von 85 Prozent (Stadt) und 15 Prozent (Kirche). Ob die Anteile auch künftig so bleiben oder es zu einer leichten Verschiebung zugunsten der Kirche kommen wird, war ein zentrales Thema der Zusammenkunft.

Bislang lag der Anteil der Kirche im Schnitt bei um die 50 000 Euro pro Jahr. Geld, das der Kirchengemeinde, der es an eigenen Einnahmequellen weitestgehend mangelt, durch Schlüsselzuweisungen vom Bistum Fulda zufließt und das der Stadt ohne freien Träger in der Kasse fehlen würde.

Michael Stein vom Verwaltungsrat nennt noch weitere Vorteile, die die Stadt durch die Beteiligung der Kirche hat: So nehme die Kirche mit ihrem Sekretariat der Stadt den gesamten Verwaltungsaufwand in Sachen Kita ab, vor allem in Sachen Personal. Auch Reinigung und Hausmeisterdienste, sagt Stein, seien Sache des Trägers. Und bei der neuen Kita müsse man sich als Träger zudem um die Anschaffung der Inneneinrichtung kümmern, einschließlich Sichtung der Ausschreibungsunterlagen.

All das weiß man auch im Rathaus. Die Kita St. Vinzenz sei die größte in Naumburg „so groß wie die beiden städtischen in Altenstädt und Elbenberg zusammen“, sagt Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Der Träger entlaste die Stadtverwaltung ohne Frage. Und den finanziellen Beitrag müsse man auch sehen. „Beide Seiten sind willens, die langjährige gute Partnerschaft fortzusetzen“, fasst Hable seinen Eindruck des Gesprächs zwischen Kirche und Kommune zusammen. Zum gemeinsamen Vertragsentwurf sagt er: „Es ist aus meiner Sicht eine tolle Übereinkunft. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis und hoffe, dass es die Gremien auch so sehen.“ Letztlich müsse nämlich die Stadtverordnetenversammlung die Vereinbarung absegnen.

Wenn Stadtparlament und Verwaltungsrat der Kirche dem Vertrag zugestimmt haben, muss ihn noch das bischöfliche Generalvikariat in Fulda als Aufsichtsbehörde der Kirchengemeinde genehmigen. „Dadurch“, sagt Gudrun Spiegel-Klüber, „erlangt der Vertrag Rechtskraft.“ (Norbert Müller)

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