Karneval im Wolfhager Land

Wagenbau in Naumburg: 500 Stunden Arbeit für den Karnevalsumzug

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Was es wird, ist ein Geheimnis: Tanja Potthast, Antonia Dossmann und Karin Herchenröder (von links) bauen märchenhafte Kulissen für den Beitrag der Stadtkapelle zum Rosenmontagszug in Naumburg.

Naumburg. Der Naumburger Karneval ist ohne die Stadtkapelle mit ihren derzeit 43 Aktiven kaum vorstellbar.

Doch nicht nur musikalisch, mit Pauken und Trompeten, setzen die Instrumentalisten Akzente. Sie sind auch auf anderen Feldern ein wesentlicher Bestandteil im karnevalistischen Treiben.

Aus den Reihen der Kapelle rekrutiert die 1934 gegründete Naumburger Karnevalsgesellschaft gerne besonderes Führungspersonal: Nicht mitgerechnet die Hofnarren oder Hofstaatmitglieder stellte die Stadtkapelle allein in den vergangenen 20 Jahren sieben Prinzen und eine Prinzessin, aktuell die noch amtierende Regentin Jana I. Außerdem sind die Musiker mit Kind und Kegel im Rosenmontagszug aktiv. Der Motivwagen mit Fußgruppe ist alljährlich einer der Hingucker. In den vergangenen drei Jahren wurde die Truppe in Folge belohnt mit dem ersten Preis, 2017 für ihre Darstellung der Piraten vom Elbestrand.

Natürlich sind die Musiker einschließlich aller Familienangehörigen und Freunde seit Wochen wieder fleißig am Bau ihrer diesjährigen Zugnummer. Und das gleich an drei Orten. Der Wagen entsteht in der Scheune der Familie Draude und in der Schreinerei Werner, die Kostüme für über 50 Teilnehmer im Alter von eineinhalb bis über 60 Lebensjahren werden bei Karin Herchenröder maßgerecht geschneidert.

Engagiert: Mike Potthast (links) und Max Herchenröder lassen die Funken fliegen

Stadtkapelle-Urgestein Andreas Jacobi: „In dieser sehr kurzen Session sitzt uns schon etwas die Zeit im Nacken, schließlich geht der Rosenmontagszug bereits am 12. Februar über die Bühne. Für uns bedeutet das: Ärmel hochkrempeln und kräftig anpacken.“

Insgesamt werden die Helfer nicht nur weit über 500 Stunden für ihren Zugbeitrag leisten, sondern dafür auch über 2500 Euro für das Material investieren. Mitfinanziert wird das Ganze auch dadurch, dass jeder Kostümträger einen kleinen Obolus aus eigener Tasche bezahlt.

Mit welchem Motiv die Stadtkapelle diesmal die unzähligen Besucher am Rosenmontag an der Zugstrecke überraschen wird, bleibt ein streng gehütetes Geheimnis.

Karin Herchenröder: „So viel kann aber verraten werden: Es wird knallig bunt und märchenhaft.“

Neben dem Wagenbau heißt es für die Instrumentalisten auch noch, weiter Musikstücke zu proben. Denn für die Mitgestaltung der zweiten Fremdensitzung mit Inthronisierung der neuen Prinzessin am 27. Januar ist die Kapelle unverzichtbar. Und dann steht ja auch noch das traditionelle Ständchenspielen für alle Naumburger Haushalte am Samstag vor Rosenmontag an.

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