Mit Schülern unter einem Dach

Wird Elbetalschule Kindergarten-Standort?

Im Jahr 1968 eingeweiht: die Naumburger Elbetalschule. Links der Bau mit den Klassenräumen, dazwischen der Verbindungstrakt mit Aula zum Gebäude mit den Fachräumen und der Verwaltung. Im BIld unten rechts die Sporthalle. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Die Stadt Naumburg will die Chancen eines gemeinsamen Betriebs des Kernstadt-Kindergartens St. Vinzenz und der Grundschule am Kuhberg ausloten.

Kindergartenkinder und Schüler unter einem Dach? Warum nicht, meint Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable (CDU) und hat die Idee eines Umzugs des Katholischen Kindergartens St. Vinzenz in die Elbetalschule zur Diskussion gestellt.

Ein Vorschlag, der durchaus Charme hat, meinten auch die Stadtverordneten und erteilten während ihrer jüngsten Sitzung dem Magistrat den Auftrag, mit katholischer Kirche und dem Landkreis Kassel als Schulträger die Chancen einer Realisierung auszuloten.

Sanierung nötig 

Hable: „Wie können wir den Schulstandort dauerhaft stärken und die Bildung und Erziehung der Ein- bis Elfjährigen besser verknüpfen?“ Genau um diese Fragestellung gehe es. Der Kindergarten am Rande der Altstadt an der Fritzlarer Straße bedarf zudem in absehbarer Zeit einer Sanierung. Gleichzeitig stehen in der Elbetalschule, außerhalb der Stadt am Kuhberg gelegen, jede Menge Räume frei.

„Wie können wir den Schulstandort dauerhaft stärken und die Bildung und Erziehung der Ein- bis Elfjährigen besser verknüpfen?“

Als die moderne Lehranstalt 1968 eingeweiht wurde, tummelten sich dort 553 Schüler in 19 Klassen. Heute werden noch 160 Schüler in acht Klassen unterrichtet. Naumburgs Stolz der späten 60er-Jahre ist längst von einer Haupt- zur reinen Grundschule gestutzt worden.

Aus einem Guss 

Und weniger, so der Verwaltungschef, dürfe es keinesfalls werden. Alles, was den Schulstandort stabilisiere, sei willkommen. Die 100 Kinder aus dem Kindergarten wären also ein echter Gewinn und könnten selbst von den Möglichkeiten der Schule profitieren. Gymnastik- und Turnhalle böten ganz andere Möglichkeiten für den Sport als der bisherige Kita-Standort. Dazu kommen die Fachräume, etwa die für den Musikunterricht. Und auch im Außenbereich wäre Fläche in Fülle vorhanden für die Kindergartenkinder, weit mehr als an der Fritzlarer Straße.

Nach ihrer Kindergartenzeit würden die Mädchen und Jungen in der ihnen gewohnten Umgebung eingeschult. Zum Angebot aus einem Guss, so Hable, könnte auch das gemeinsame Organisieren einer Nachmittagsbetreuung gehören. Für Kindergartenkinder aller Naumburger Stadtteile findet diese derzeit zentral in der Kernstadt-Kita statt. In der Elbetalschule gibt es ein entsprechendes Angebot für Schüler. Hable hält auch das Schaffen einer Verwaltungseinheit, ein gemeinsames Sekretariat für überlegenswert.

Diese Idee, sagt der Bürgermeister, „wird jetzt mal andiskutiert“. Ein Treffen mit dem Landkreis, der sich im Falle einer Realisierung über Mieteinnahmen freuen dürfte, solle bis Ende September stattfinden.

Und um Spekulationen vorzubeugen betont Hable: „Es gibt keinen Interessenten, der ein Auge auf das Kita-Gebäude geworfen hat. Das ist nicht der Grund für die Überlegungen“.

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