Lautstarke Piepmätze nehmen Suite im Insektenhotel

Zaunkönigfamilie hat sich bei den Kimms in Altenstädt statt Wildbienen und Käfern einquartiert

Insektenhotel als Unterkunft: Die Zaunkönigfamilie fühlt sich offenbar wohl in der umgebauten Schublade in Altenstädt.
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Insektenhotel als Unterkunft: Die Zaunkönigfamilie fühlt sich offenbar wohl in der umgebauten Schublade in Altenstädt.

Eine Zaunkönigfamilie hat sich in einem Insektenhotel in Altenstädt einquartiert.

Altenstädt – Da hat es der kleine Piepmatz aber ziemlich wörtlich genommen: Auf seiner Suche nach einer passenden Unterkunft, einem Plätzchen, wo man denn den Nachwuchs ausbrüten und aufziehen könnte, hat sich der Zaunkönig mit seiner Partnerin kurzerhand in ein Insektenhotel einquartiert.

Inge Kimm hat das Insektenhotel selbst gebaut – aus einer alten, hölzernen Schublade. Das dazugehörige Möbelstück sollte auf den Sperrmüll. Aber das Schubfach, befand die naturverbundene Altenstädterin, sei doch noch irgendwie zu gebrauchen. Und so füllte sie eine Handvoll auf gleiche Länge geschnittene trockene Äste und etwas Stroh in die Lade, nagelte zur Stabilisierung des Inhalts ein kleines Gitter darüber und hängte das Ganze hochkant unter den Querbalken des offenen Schuppens neben dem Wohnhaus an der Tulpenstraße. Aber statt Wildbienen und Wespen, Florfliegen und Ohrenkneifern interessierten sich schnell die Zaunkönige für die schicke Suite. Am oberen Rand war noch Platz genug für eine komfortable Innenausstattung aus Moos für das Nest. Und seither hat Inge Kimm die Vogelfamilie als Gäste.

Der Zaunkönig gehört zwar mit seinen rund zehn Zentimetern Körperlänge und knapp neun Gramm Gewicht zu den kleinsten Vögeln Europas, das hält ihn aber nicht davon ab, sich sehr selbstbewusst zu geben und mit einer Stimme, die es auf 90 Dezibel bringt, lautstark sein Revier zu markieren.

Im Garten von Inge Kimm haut das Pärchen allerdings nicht so auf den Putz, beide Elterntiere haben genug damit zu tun, ihre drei hungrigen Kinder sattzubekommen. Und außerdem will man offenbar den gut zwei Meter entfernt brütenden Drosseln, die laut der Gastgeberin schon die zweite Brut im Nest haben, nicht auf die Nerven gehen.

Besonders scheu, sagt Gastgeberin Kimm, seien die Vögel jedenfalls nicht. Wenn sie nur wenige Meter entfernt Wäsche auf die Leine hänge, lassen sich die pendelnden Zaunkönige überhaupt nicht beeindrucken.

Eng getaktet fliegen die Eltertiere im Altenstädter Insektenhotel ein und aus, versorgen ihre drei gelbschnäbeligen Nachkommen mit eiweißreicher Nahrung, damit diese ordentlich Kräfte sammeln können, denn angesichts der Größe des hungrigen Trios dürfte es mit den ersten Flugversuchen auf dem naturnahen Grundstück nicht mehr all zu lange dauern. (Norbert Müller)

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