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Naumburg wartet auf passende Gebote für die ehemalige Kita

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Von: Norbert Müller

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Günstige Lage direkt am Rande der Altstadt: Das rund 2600 Quadratmeter große Gelände mit dem 1963 eingeweihten Gebäude (Bildmitte) und den Anbauten soll gegen Gebot den Besitzer wechseln.
Günstige Lage direkt am Rande der Altstadt: Das rund 2600 Quadratmeter große Gelände mit dem 1963 eingeweihten Gebäude (Bildmitte) und den Anbauten soll gegen Gebot den Besitzer wechseln. © Norbert Müller

Die Stadt Naumburg will sich von ihrer alten Kita trennen. Stichtag für Gebotsabgaben ist der 28. November. Das Areal hat 2600 Quadratmeter.

Naumburg – Der Umzug in die neue Naumburger Kita ist über die Bühne gegangen, der Betrieb der mit 3,9 Millionen Euro veranschlagten Einrichtung für den Nachwuchs läuft. Nun also ist für die Stadt die Zeit gekommen, den alten Standort an der Straße Im Hain zu vermarkten und mit den Einnahmen die Situation der Kasse im Rathaus nach dem finanziellen Kraftakt für den Neubau zu verbessern.

Die Kommune hatte bewusst gewartet mit Aktivitäten zum Verkauf des gut 2600 Quadratmeter großen Areals direkt vor den Toren der Altstadt, um ungestört und frei von jeglichem Zeitdruck den Umzug der Kita vom alten Standort in den Neubau in direkter Nachbarschaft über die Bühne zu bringen. Nun aber soll die inzwischen leer stehende Immobilie aus den frühen 1960er-Jahren mitsamt dem Grundstück gegen Gebot den Besitzer wechseln.

Der Kernbau, das zweistöckige Gebäude, wurde im Sommer 1963 eingeweiht. Im Untergeschoss wurde der Kindergarten untergebracht, im Obergeschoss mit Zugang über die Straße im Hain stand nun für Sitzungen des Stadtparlaments, für kulturelle Veranstaltungen und Familienfeiern ein gut 120 Quadratmeter großer Saal zur Verfügung. Dazu gab es eine große Küche, Toiletten und Nebenräume. In den folgenden Jahrzehnten machte das Gebäude seinem Namen „Bürgerhaus“ alle Ehre.

Blick von der Stadt: Das Gebäude wurde als Bürgerhaus mit Versammlungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten im Obergeschoss und der Kita im Erdgeschoss geplant.
Blick von der Stadt: Das Gebäude wurde als Bürgerhaus mit Versammlungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten im Obergeschoss und der Kita im Erdgeschoss geplant. © Müller, Norbert

Der Kindergarten wurde durch Um- und Erweiterungsbauten – die letzten fanden im Jahr 1993 statt – immer wieder an die Notwendigkeiten für einen zeitgemäßen Kita-Betrieb angepasst, bis das Potenzial, das Gebäude und Grundstück hergaben, ausgereizt waren. Im Obergeschoss wurde für die Kita ein Gymnastikraum eingerichtet, aber der Rest des Bürgersaales mit seinen Nebenräumen wurde nach dem Bau eines neuen Gemeinschaftshauses, dem Haus des Gastes am Bahnhof in den frühen 1980er-Jahren, kaum modernisiert. In diesem Bereich wurde um die Jahrtausendwende das inzwischen längst geschlossene Jugendzentrum der Stadt untergebracht. Ein erster Jugendraum wurde übrigens in den frühen 80er-Jahren von jungen Naumburgern mit Unterstützung der Stadt im Keller des Hauses eingerichtet.

Für den Gebäudekomplex besteht Sanierungs- und Renovierungsbedarf, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Wer also den Zuschlag bekommt, kann zwar sofort über die Immobilie verfügen, muss sich aber auch darauf einstellen, erst einmal Geld und Arbeit zu investieren. Kosten dürften auch dadurch entstehen, weil im Bebauungsplan der Stadt die Fläche als „Kindergarten“ ausgewiesen ist. Für eine alternative Nutzung müsste der B-Plan geändert werden. Die Kosten hierfür hätte der neue Eigentümer zu tragen.

Um Eigentümer zu werden, muss man aber zunächst ein für die Stadt attraktives und verbindliches Angebot abgeben, und zwar schriftlich – nicht per E-Mail – bis zum 28. November im Rathaus. Damit man nicht auf einen zugebundenen Sack bietet, hat die Stadt zwei Termine festgesetzt, an denen die Immobilie von innen besichtigt werden kann: am 11. und am 12. November. Die genaue Uhrzeit ist mit Carola Witte vom Bauamt zu vereinbaren unter 05625/7909-41. Eine Besichtigung von außen sei jederzeit möglich.

Interesse besteht offenbar, sagt Bürgermeister Stefan Hable, es habe bereits unverbindliche Anfragen gegeben. Hable betont, dass für die Stadt nicht allein das höchste Gebot ausschlaggebend sein werde, sondern dass man auch die künftige Nutzung bei der Entscheidung berücksichtigen wolle. Deshalb sollte mit dem Gebot auch ein Konzept für die künftige Nutzung eingereicht werden.

Attraktiv wäre aus Sicht des Verwaltungschefs eine künftige Nutzung im sozialen Bereich. Aber man wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sehr beschränken: Vorstellbar sei für die Immobilie sicher vieles. Man sei jetzt auf die Gebote und Konzepte gespannt.

Für eine Entscheidung der Gremien noch in diesem Jahr werde es wohl nicht reichen. Man wolle es nicht auf die lange Bank schieben. Klar sei aber auch: „Wenn nichts Passendes dabei ist, dann lassen wir es.“

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