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Naumburger Karnevalsgesellschaft fehlt noch das Kinderprinzenpaar

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Von: Norbert Müller

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Das Naumburger Kinderkarneval von 2020: Prinz Lutz (Vorpahl), Prinzessin Emily (Schwarz), Hofnärrin Maya (Rabanus) und Hofnarr Moritz (Hensel). Archi
Das Naumburger Kinderkarneval von 2020: Prinz Lutz (Vorpahl), Prinzessin Emily (Schwarz), Hofnärrin Maya (Rabanus) und Hofnarr Moritz (Hensel). Archi © Reinhard Michl

Junge Regenten werden dringend gesucht. Kinder zwischen 9 und 12 Jahren werden gesucht. Sie bekommen auch Hofnarren und ein Zepter.

Naumburg – Welches Kind träumt nicht mal davon, als Prinz oder Prinzessin bewundert zu werden? In Naumburg ist das tatsächlich möglich. Nur: Gerade ist das Interesse beim Nachwuchs gleich null. Und das bringt die Naumburger Karnevalisten zunehmend in die Bredouille.

Das Kinderprinzenpaar mit seinem Hofnarren gehört seit 1986 in Naumburg zur Regentenfamilie. Und seither, sagt der Präsident der Naumburger Karnevalsgesellschaft (NKG), René Kröninger, sei es immer gelungen, genügend Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren zu finden, die für eine Session das Narrenzepter schwingen wollten.

Meist stimmten sich die interessierten Kinder schon im Vorfeld untereinander ab und hätten dann auch schon einen Hofnarren oder gar zwei mit dabei. Lutz I. und Emily I. waren die Letzten, die den Titel trugen, das war zur Session 2020.

Rene Kröninger Präsident der NKG
Rene Kröninger Präsident der NKG © Michl, Reinhard

Dann kam die Pandemie. „Mit Corona“, sagt Kröninger, „hat es bei den Kindern einen Knick gegeben“. Soll heißen: In den folgenden beiden Jahren fiel das närrische Treiben entweder ganz aus, oder es wurde auf Sparflamme gefeiert. Die Kinder, die schon für die Folgejahre ihr Interesse am hohen Amt bekundet hatten, seien inzwischen eines nach dem anderen abgesprungen.

„Etwa ein Dreivierteljahr vor der Inthronisierung suchen wir die Paare aus“, sagt der Präsident. Die Inthronisierung steht am 5. Februar beim Kinderkarneval an. Aber vorher gibt es ja noch einiges zu erledigen, die obligatorischen Fotos zum Beispiel, das Besorgen des Kleids für die Prinzessin und der Kappe für den Prinzen. Die Umhänge aus Samt werden von der NKG gestellt, von ihr gibt es für die jungen Regenten auch ein Budget, aus dem unter anderem die Kostüme bezuschusst werden.

Jedenfalls laufe der NKG langsam die Zeit davon. Und eine gewisse Sorge mache sich breit, weil man so spät im Jahr noch nie komplett ohne Kandidaten dagestanden habe. Die Anforderungen an das Kinderprinzenpaar und seinen Narren seien ja gar nicht mal so groß, versichert Kröninger. „Sie müssen auch nicht zwangsläufig närrische Vorkenntnisse haben.“ Wichtig sei allerdings: „Man sollte keine Angst haben, kurze Reden vor Publikum zu halten.“ Meistens seien die dann aber in Reimform, können abgelesen werden, und beim Formulieren gebe es von den Erwachsenen Unterstützung.

Was auch zum Aufgabenbereich gehört sind närrische Termine mit dem eigenen Gefolge in den drei Naumburger Kindergärten und in der Elbetalschule. Die große Party bei der Kindersitzung im Naumburger Haus des Gastes gehört zum Programm, Besuche der Kinderveranstaltungen in Elbenberg und Ippinghausen und die Teilnahme am Rosenmontagsumzug mit eigenem Wagen. Man sollte also keine Angst davor haben, im Mittelpunkt zu stehen.

Und man spürt bei René Kröninger, wie er sich die Zeit vor der Pandemie zurückwünscht. „Das Kinderprinzenpaar zu finden, war eigentlich immer recht einfach. Die hatten wir meist vor dem großen Prinzenpaar.“

Jetzt hofft er, dass sich „am liebsten so schnell wie möglich“ Kinder für den Neustart nach Corona finden. „Bis spätestens Mitte Dezember sollten wir das junge Prinzenpaar gefunden haben.“

Kinder, die Interesse haben, können ihn mit ihren Eltern entweder in seinem Naumburger Edeka-Markt direkt ansprechen oder per Mail an elferrat@hahldunne.de mit ihm Kontakt aufnehmen.

Bislang, sagt René Kröninger, hätten die jungen Prinzen, Prinzessinnen und Hofnarren ihre närrische Regentschaft immer sehr genossen. „Es ist schon was Besonderes“, denn wer könne von sich schon behaupten, ein richtiger Prinz oder eine echte Prinzessin zu sein.

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