Niedrige Schweinepreise setzen Landwirte unter Druck

Wolfhager Land. Der anhaltende Ukraine-Konflikt bringt die Schweinemäster und Ferkelaufzüchter in der Region an den Rand ihrer Existenz.

Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller, weil Russland nicht mehr importiert. „Das Fleisch muss eingefroren werden oder wird zu Dumpingpreisen in den Supermärkten verkauft“, sagt Franziska Wollandt vom Bauernverband zum Überangebot.

Der aktuelle Preis für ein Kilo Schweinefleisch liegt nach Auskunft des Verbandes bei 1,28 Euro. Vor einem Jahr gab es noch 1,73 Euro pro Kilo. So tief unten wie jetzt war der Schweinepreis zuletzt im Jahr 2010 mit 1,26 Euro. Besonders betroffen von der wirtschaftlichen Situation sind die Mäster, die sich ausschließlich auf Schweine spezialisiert haben. Die größten Betriebe im Altkreis Wolfhagen sind zum Beispiel in Niederelsungen, Altenstädt und Bründersen.

Ähnlich mies geht es den Ferkelaufzüchtern, die die Tiere an die Mastbetriebe verkaufen. Laut Bauernverband kostet ein Ferkel derzeit nur noch 33 Euro. Der mieseste Preis seit vielen Jahren. Vor einem Jahr war ein Ferkel fast das doppelte wert und wurde für 60,40 Euro verkauft.

Was der aktuell niedrige Preis bedeutet, beschreibt Johannes Gerhold aus Zierenberg, der 700 Schweine mästet. „Für jedes Tier, das ich derzeit verkaufe, lege ich 20 Euro dazu.“ Seit Oktober vergangenen Jahres habe sich die Lage dramatisch zugespitzt.

Unter schlechteren Preisen leiden auch die Rindermäster. Allerdings sei diese Branche nicht so stark betroffen, weil Schweinefleisch beim Konsumenten eine größere Rolle spiele, sagt Franziska Wollandt. Der Preis für ein Kilo Rindfleisch sank von rund 3,80 Euro im vergangenen Jahr auf aktuell 3,50 Euro.

Von Bea Ricken

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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