Drei Jahre Maßregelvollzug in Merxhausen - eine Bilanz - bislang 133 Patienten

Noch keiner ist abgehauen

Halten der Forensik die Stange: (von links) Arbeitstherapeut und Schreinermeister Ralf Klotzsche, Arbeitstherapeut und Malermeister Peter Schmidt, Sporttherapeut Andreas Spitzinger, Lothar Fürstenberger, Dr. Birgit von Hecker, Arbeitstherapeutin Petra Nagel und Jürgen Justinger von der Forensik-Zentrale. Foto: Berger

Merxhausen. Das Kind wird schon drei - und was ist es groß geworden! Heute, am 1. Juli, feiert die forensische Klinik der Vitos-Psychiatrie in Merxhausen ihren dritten Geburtstag. Vieles ist vom Sommer 2007 bis heute passiert, es hat sich einiges getan. Die HNA berichtete im vergangenen Jahr immer wieder über das Innenleben der Anstalt (Serie „Hinter Gittern“), die Verantwortlichen gaben stets gern Auskunft. Eine gute Gelegenheit, die Leiterin der Forensik, Dr. Birgit von Hecker, zu Wort kommen zu lassen. Für ein Resümee nach drei Jahren.

„Große Erfolge“

„Es ist ganz schön viel passiert, und wir arbeiten mit großen Erfolgen“, sagte Birgit von Hecker nicht ohne Stolz in der Stimme. „Am Anfang hatten wir gerade mal acht Patienten und zwei Fachärzte hier“, erinnert sich von Hecker. Heute seien es 73 Patienten und fünf Ärzte. „Insgesamt haben wir von 2007 bis heute 133 Patienten aufgenommen und 72 entlassen“, sagte die Ärztliche Direktorin.

Viele therapieresistente Patienten mussten direkt von der Forensik ins Gefängnis, das sei aber bundesweit normal, sagte von Hecker. Beachtlich sei jedoch, dass die Forensische in der ganzen Zeit keinen einzigen Lockerungsmissbrauch zu verzeichnen hatte. „Es ist uns kein Patient davon gelaufen“, verriet Birgit von Hecker, „das ist ein richtig gutes Ergebnis.“ Lothar Fürstenberger leitet den gesamten therapeutischen Bereich der Forensik und ist genauso zufrieden wie Birgit von Hecker: „In den drei Jahren haben wir aus therapeutischer Sicht gute Erfolge erzielt“, sagte Lothar Fürstenberger. „Wir haben mit der forensischen Station und der längerfristigen Therapie die Möglichkeit, unsere Patienten auf ein normales und von Delikten freies Leben vorzubereiten.“ Genau das sei schließlich die Zielsetzung des Maßregelvollzugs.

Und noch etwas hat sich entwickelt. Nämlich das Verhältnis der Emstaler zur forensischen Klinik. Hatte es damals vor der Eröffnung noch ein Bürgerbegehren gegeben - „das wir mit 52 Prozent gewonnen haben“, wie Birgit von Hecker sagte -, so haben sich die Menschen in Merxhausen und Umgebung mittlerweile längst an die Einrichtung gewöhnt. „Es ist in den drei Jahren ja auch nichts passiert“, merkte von Hecker an, „und die Wogen haben sich wieder geglättet.“ Ein Video zum Thema finden Sie bei HNA online unter www.hna.de/video.

Von Markus Berger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.