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Mehr Heimat auf die Teller: Essen in Nordhessens Kantinen soll regionaler werden

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Von: Antje Thon

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Mehr nachhaltig produzierte Lebensmittel sollen in Nordhessen auf den Tisch kommen. Den Anfang könnten nach Vorstellung des Vereins Region Kassel-Land öffentliche Kantinen machen. Funktionieren kann das, wenn sie mit Produkten aus der Region, etwa von Landwirtin Wina Diekhof aus Witzenhausen, beliefert werden.
Mehr nachhaltig produzierte Lebensmittel sollen in Nordhessen auf den Tisch kommen. Den Anfang könnten nach Vorstellung des Vereins Region Kassel-Land öffentliche Kantinen machen. Funktionieren kann das, wenn sie mit Produkten aus der Region, etwa von Landwirtin Wina Diekhof aus Witzenhausen, beliefert werden. © Archivfoto: Peter Dilling

Das Essen in Nordhessens Kantinen soll regionaler werden. Gurken und Tomaten von heimischen Böden statt aus dem Hunderte Kilometer entfernten Spanien.

Eine Initiative mit diesem Ziel hat der Verein Region Kassel-Land angestoßen. Hierfür sollen möglichst viele Landwirte in eine genossenschaftlich betriebene Erzeugergemeinschaft eingebunden werden.

Die Idee: Die Bauern liefern ihre Produkte an ein Verteilerzentrum, ein sogenanntes Food Hub. Von dort sollen Kantinen an Kitas, Schulen, Verwaltungen und öffentlichen Einrichtungen mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden.

Regionales Essen in Kantinen - Ein Projekt mit vielen Partnern

Projektkoordinator Sebastian Kretschmer spricht derzeit mit Stadt und Kreis Kassel sowie den Kreisen Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg. Weitere wichtige Partner sind die Bauernverbände und Ökolandbau-Modellregionen.

Projektkoordinator Sebastian Kretschmer.
Projektkoordinator Sebastian Kretschmer. © Archiv

Im März 2020 soll EU-Förderung beantragt werden

Zum Teil liegen dem Verein bereits Absichtserklärungen vor, sich finanziell in das Pilotprojekt einbringen zu wollen. Im März 2020 soll eine EU-Förderung beantragt werden. Für deren Erfolg sei ein Schulterschluss aller nordhessischen Gebietskörperschaften erforderlich.

Regionale Lebensmittel: Verpflegungskonzept für Kantinen soll erstellt werden

In einem ersten Schritt gehe es darum, ein Verpflegungskonzept für öffentliche Kantinen in Nordhessen zu erstellen, sagt Sebastian Kretschmer. Der Wertschöpfungsstandard müsse erhöht werden und die Beschaffung von Lebensmitteln deutlich nachhaltiger erfolgen.

Kantinen-Angebot soll überzeugen - und so die Nachfrage steigen

Das Angebot in den Kantinen müsse so gut werden, dass zunächst die Akzeptanz und dann auch die Nachfrage bei den Konsumenten steigen. „Das dürfte zwei bis drei Jahre dauern“, sagt der 45-Jährige, der gern die Grimmheimat Nordhessen mit ins Boot holen, mit ihr ein Qualitätssiegel, ähnlich dem Michelin-Stern, entwickeln und so auch für Transparenz sorgen möchte.

Wenn die Nachfrage wächst, könnten sich auch Restaurants an der regionalen Wertschöpfungskette beteiligen. Je mehr Betriebe sich bereit erklärten, auf regionale Lebensmittel umzusteigen, umso so sicherer werde der Absatzmarkt für die Landwirte.

Regionale Lebensmittel voranbringen - erster Versuch scheiterte

Vor anderthalb Jahren hatten der Verein Region Kassel-Land, der Landkreis und die Uni Kassel sowie der Zweckverband Naturpark Habichtswald ebenfalls die Idee, Erzeuger regionaler Lebensmittel und Verbraucher enger zusammenzubringen. Doch die Region, in der das Vorhaben umgesetzt werden sollte, der Kreis Kassel und nördliche Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis, war zu klein, um Fördermittel bei der Europäischen Union beantragen zu können.

„Nachhaltige Lebensmittelregion Nordhessen“: Strategie-Workshop in Baunatal

Die Strategie-Werkstatt „Nachhaltige Lebensmittelregion Nordhessen“ wird während der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in der Stadthalle Baunatal (Saal 1) am Mittwoch, 15. Januar, 15 Uhr stattfinden. Der Workshop richtet sich an alle, die Ideen haben zu Fragen wie: Wie bekommen wir mehr regionale Lebensmittel in die Lieferkette? Wie erzeugen wir eine Solidarisierung zwischen konventionellem und ökologischem Landbau?

Auch interessant: Regionales auf einen Blick: Website gibt Überblick über Direktvermarkter

Ob Eier, Kartoffeln, Honig oder Blumen – regionale Lebensmittel und Produkte werden immer beliebter. Um es Verbrauchern leichter zu machen, Einkaufsmöglichkeiten zu finden, präsentiert das Online-Portal „Regional Optimal“ Direktvermarkter aus der Region.

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