Papilio-Projekt fördert soziale und emotionale Kompetenzen von Kindern

Kobolde die Gefühle zeigen: Lia, Emma, Marius, Ariane, Melina, Aron und zweimal Luca lieben die Handpuppen, die zum Papilio-Programm des Isthaer Kindergartens gehören. Foto: Ricken

Istha. Seit sechs Jahren ist der Isthaer Kindergarten im Papilio-Projekt, das von der Drogenhilfe Nordhessen gelehrt wird. Die Kindergärtnerinnen ziehen Bilanz und erklären die Idee.

Papilio hat die Kinder verändert: „Sie sprechen über ihre Gefühle, lösen vermehrt Konflikte ohne Hilfe und sind wesentlich kommunikativer geworden“, bilanzieren die Erzieherinnen des Isthaer Kindergartens. Die Rückmeldungen der Eltern sind ähnlich positiv. Vor zwei Jahren ist Kindergartenleiterin Andrea Heinicke-Giehler mit ihren sechs Kolleginnen in das Papilio-Projekt eingestiegen, das von der Drogenhilfe Nordhessen in Kassel gelehrt wird, Träger ist ein Verein in Augsburg. Das Präventionsprogramm für Kindergärten soll die sozial-emotionale Kompetenz fördern, Verhaltensauffälligkeiten reduzieren und Kinder stark machen gegen Sucht und Gewalt.

Weil das Spielzeug Urlaub macht, sind die Kinder gefordert, sich mit sich selbst und den Anderen auseinander zu setzen.“

Nach Abschluss der Ausbildung erhält der Kindergarten Istha am Donnerstag als bisher erste Einrichtung im Landkreis Kassel das Zertifikat als Papilio-Kindergarten.

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren mit dem Spielzeugfreien Kindergartentag, der auch Teil des Papilio-Projektes ist. „Weil das Spielzeug Urlaub macht, sind die Kinder gefordert, sich mit sich selbst und den Anderen auseinander zu setzen“, so Heinicke-Giehler. Dabei müssten die Kinder auch mal Langeweile aushalten . Dies beflügele die Kreativität. Dieser Tag findet inzwischen einmal wöchentlich statt. Die Isthaer wollten jedoch mehr und meldeten sich geschlossen zur Weiterbildung an.

Wütende Kobolde

Danach wurden auch die Kistenkobolde eingeführt, die traurig, wütend oder fröhlich sind und die Kinder dazu angeregen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Schon morgens pinnen die Kinder ein Foto von sich unter Gesichter, die verschiedene Gefühle ausdrücken und kennzeichnen so, wie es ihnen gerade so geht.

Regeln wie „Ich lasse den Anderen ausreden“, „Ich warte, bis ich dran bin“ oder „Wenn der Andere stopp sagt, höre ich auf“ gehören inzwischen zum täglichen Alltag im Isthaer Kindergarten.

Die Idee hinter Papilio

Papilio ist ein Schmetterling und steht bei dem gleichnamigen Programm für Neugier und Unbeschwertheit, mit der Kinder die Welt entdecken. Papilio soll Kinder stärken und fördern. Es zielt auf sozial-emotionale Kompetenzen, als Grundlage für psychosoziale Gesundheit und das Erlernen aller anderen Fähigkeiten. Papilio soll damit erste Verhaltensprobleme reduzieren und Sucht sowie Gewalt im Jugendalter vorbeugen und die Basis für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben im Erwachsenenalter schaffen.

Von Bea Ricken

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