Pilz bedroht Kiefern nun auch im Wolfhager Land

Typisches Krankheitsbild: Die Nadeln der vom Pilz befallenen jungen Kiefer sind braun. Förster Peter Muster nimmt das Ausmaß der Schäden im Mühlenholz zwischen Altenstädt und Ippinghausen in Augenschein. Fotos: Thon

Altenstädt. Lange tappten die Forstwissenschaftler im Dunkeln. Einige Kiefern im Mühlenholz zwischen Altenstädt und Ippinghausen hatten bereits im Sommer mit ihrer rot-braunen Kronen auf sich aufmerksam gemacht. Das Forstamt Wolfhagen schickte Proben von Nadeln und Zweigen an die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen. Nun liegt das Ergebnis vor: Die Bäume sind von einem Pilz befallen, der sich zunehmend ausbreitet. Bei ihm handelt es sich um die so genannte Kiefern-Schütte.

Auf einer Fläche von zehn Hektar hat der Pilz Bäume in mehreren Inseln befallen. Der Befall ist so stark, dass einige Kiefern nicht mehr zu retten sind und gefällt werden müssen, sagt Peter Muster, Revierförster im Naumburger Stadtwald. Betroffen sind sowohl 100 Jahre alte Baumriesen, als auch junge Pflanzen. In den 30 Jahren, in denen Muster Förster ist, wird er nun erstmals mit dem Pilz konfrontiert, der zum Triebsterben an Kiefern führt.

Nadelbäume betroffen

Bislang war Sphaeropsis sapinea - so der botanische Name der Kiefern-Schütte - verstärkt in Kiefernbeständen in Niedersachsen und Sachen-Anhalt aufgetreten. Nach Hessen wanderte der wärmeliebende Pilz erstmals im Jahr 2009 ein. Wie die Nordwestliche Forstliche Versuchsanstalt erklärt, habe man den Erreger auch schon auf jüngeren Douglasien und Fichten gefunden. Revierförster Muster teilt die Einschätzung der Versuchsanstalt, dass die Verbreitung des Pilzes in Zusammenhang gebracht werden muss mit der Klimaerwärmung und zunehmenden Klimaextremen.

Im Sommer wird Peter Muster entscheiden, welche Kiefern aus dem Bestand genommen werden müssen. Beim Verkauf der Bäume rechnet er mit finanziellen Einbußen, typisch sei eine dunkle Verfärbung des Holzes. Diese entstehe, weil die geschwächten Bäume dem Befall durch einen anderen Parasiten, den Bläuepilz, nichts entgegen zu setzen hätten. „Dann taugen die Bäume nur noch zu Paletten und Industrieholz“, sagt der Förster. Er hofft, dass sich zumindest ein Teil der Kiefern vom Pilz erholen wird.

Von Antje Thon

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