Arbeiten haben begonnen

Pilze unterm Dach der Kirche in Oberelsungen - Pfarrer sucht alte Innenraum-Bilder

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Die ersten Balken wurden freigelegt: In der Kirche in Oberelsungen wurde mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Pfarrer David Bienert freut sich über die Unterstützung im Ort durch Gemeindemitglieder und Vereine wie die Freiwilligen Feuerwehr und dem Männergesangsverein.

Oberelsungen. Von außen eine Kirche, von innen eine Baustelle – die Oberelsunger Kirche ist seit wenigen Wochen für die Kirchengemeinde gesperrt.

In Eigenleistung räumten die Gemeindemitglieder die Kirche aus, nun ist der Innenraum komplett eingerüstet, Bänke, Empore und Kanzel sind unter Schutzplanen verschwunden und die Orgel zum Teil abgebaut. Die Bauarbeiten sollen in drei Bauabschnitte erfolgen.

Deckensanierung

Der erste Abschnitt, mit dem bereits begonnen wurde, betrifft die Deckenbalken des Gotteshauses. Bei einer routinemäßigen Befunduntersuchung stellten Statiker fest, dass ein Pilz das Stroh zersetzt, mit dem die Eichenbalken umwickelt sind. „Wenn man an einem Strohhalm zieht, zerreißt er, eigentlich sollte er das aber aushalten“, erklärt Pfarrer Dr. David Bienert.

Die Strohwickel stammen wie die Balken vom Bau der Kirche aus dem Jahr 1799. Vermutlich sei der Pilz damals bereits in den Wickeln gewesen, sagt Bienert. Stroh und Lehm werden nun von den Balken abgeklopft, Gemeindemitglieder packen bei diesen Arbeiten kräftig mit an.

Im Anschluss bewerten Zimmerleute die Deckenkonstruktion und beantworten die Frage, ob eine Verstärkung notwendig wird. Schließlich sollen wieder neue Stoh-Lehm-Wickel um die Balken gelegt werden. Für die Deckensanierung rechnet Bienert mit Kosten in Höhe von 230.000 Euro, deren Finanzierung sei gesichert.

Analyse der Farbschichten: Auf der Suche nach einer neuen Wandfarbe forscht die Gemeinde auch nach dem historischen Anstrich.

Da der Kircheninnenraum nun bereits eingerüstet ist, und die Decke einen neuen Anstrich bekommen wird, plant die Gemeinde für 2019, auch den kompletten Innenraum zu renovieren. „1962 war die letzte große Renovierung, Ende der 70er-Jahre wurden die Wände das letzte Mal gestrichen.“ Wände, Bänke, Empore und Kanzel sollen einen neuen Anstrich erhalten. Welche Farbe es wird, ist noch nicht entschieden. Um sich an dem historischen Original zu orientieren, haben Pfarrer Bienert und der Kirchenvorstand bei älteren Gemeindemitgliedern nachgefragt, wie das Kircheninnere früher aussah. Einige meinen, sich an ein Grau zu erinnern. Die Gemeinde sucht nun nach alten Fotografien, die den Innenraum zeigen.

Zudem soll im Chorraum mehr Platz geschaffen werden. Ein Podest ist bereits verschwunden, ein bis zwei Bänke sollen noch folgen.

Der Turm

Der dritte Bauabschnitt betrifft den Kirchturm. Neben kleineren Ausbesserungen soll der Strom in der Kirche erneuert werden, auch sei die Heizungsanlage nicht mehr zeitgemäß. Zudem soll der Raum am Fuß des Turms besser genutzt werden. „Bisher war er eine Art Rumpelkammer. Nun würden wir ihn gern für die Gottesdienstvorbereitung nutzen“, sagt Bienert. Einen Spendenzwischenstand gibt die Gemeinde zum Erntedankfest.

Spenden für Renovierung

Für die Finanzierung des zweiten Bauabschnittes sammelt die Kirchengemeinde Oberelsungen Spenden, die dann über den Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche verdoppelt werden. Die Gemeinde will Spenden in Höhe von 40.000 Euro sammeln. Um dieses Ziel zu erreichen, veranstaltet die Gemeinde verschiedene Konzerte und sammelt bei den Gottesdiensten. Das nächste Konzert findet am Freitag, 27. Juli, in der Mehrzweckhalle in Oberelsungen mit dem Ensemble eurobrass ab 19.30 Uhr statt. Für 16. September ist ein Konzert mit „Vox Humana“ ab 17 Uhr in der Kirche Niederelsungen geplant. Auch beim Erntedankfest am 30. September in der Mehrzweckhalle in Oberelsungen werden ab 11 Uhr Spenden gesammelt.

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