Präventionsleiter Ralf Rauwolf geht in den Ruhestand

Gelöste Stimmung: Ralf Rauwolf, Leiter der Präventionsabteilung im Polizeipräsidium Nordhessen, geht nach 40 Jahren in den Ruhestand – und hier das letzte Mal als aktiver Polizist aus der Tür des Gebäudes am Kasseler Kulturbahnhof. Foto: Ulbrich

Der Altenhasunger Ral Rauwolf hat in seiner über 40-jährigen Dienstzeit viel erlebt. Nun ging der Präventionsleiter des Polizeipräsidiums in den Ruhestand.

Altenhasungen / Kassel. Die Tatsache, dass Ralf Rauwolf in seiner über 40-jährigen Dienstzeit bei der Polizei viel erlebt hat, unterscheidet den Altenhasunger nicht wesentlich von vielen anderen Kollegen. Der Werdegang des 60-Jährigen, der gestern in den Ruhestand ging, hingegen ist nicht alltäglich.

Denn schon sein Start beim damaligen Bundesgrenzschutz am 1. Oktober 1974 ist ungewöhnlich für den Altenhasunger, der schließlich als Erster Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand geht. Während Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, war Rauwolf sowohl an der innerdeutschen als auch der Grenze zu den Niederlanden eingesetzt. Von dort schaffte er den Sprung zum Bundeskriminalamt nach Wiesbaden und war in Sonderkommissionen damit beschäftigt, die damalige „2. Runde“ des Terrorismus in den 80er-Jahren zu bekämpfen, die Rauwolf als spannende Zeit in Erinnerung behält.

Seit 1990 in Nordhessen

Nach einer weiteren Station in Frankfurt zog es ihn 1990 schließlich nach Kassel zum Mobilen Einsatzkommando (MEK). Parallel dazu führte auch der private Weg nach Altenhasungen, wo er bis heute lebt. Die Phase beim MEK habe alles geboten, was „den gesamten Bereich der Schwerkriminalität ausmacht“, sagt der 60-Jährige rückblickend.

Die Bilder der teils schlimmen Einsätze dieser Zeit habe er jedoch nie mit nach Hause genommen, sagt Rauwolf: „Man braucht eine professionelle Distanz - sonst wäre es schwierig geworden.“ Danach folgte 2002 seine Versetzung in den Bereich der heutigen Präventionsabteilung - ein klarer Wunsch des Polizisten aus Leidenschaft: „Den Menschen durch Tipps die Möglichkeit zu geben, sich besser schützen zu können, war mir immer ein großes Anliegen.“

Die vielen Facetten der präventiven Tätigkeit hätten ihn dabei besonders gereizt, ganz gleich ob es um Einbrüche ging oder die Besuche in Schulen und Kindergärten, also die Schulung des Nachwuchses. Langweilig sei es nie geworden, zumal sich das Aufgabenfeld durch das Internet natürlich deutlich verändert habe, sagt der 60-Jährige, der sichtlich gelöst wirkt an seinem letzten Arbeitstag: „So gerne ich auch Polizist war, gehe ich doch mit einem guten und entspannten Gefühl.“ Künftig will sich der Pensionär mehr der Familie und seinem Hobby Motorradfahren widmen.

Zur Person:

Ralf Rauwolf wurde 1955 in Kassel geboren. Nach seiner ersten Station beim Bundesgrenzschutz wechselte er zum BKA nach Wiesbaden, ehe er nach weiteren Stationen in Südhessen ab 1990 seinen Dienst beim Mobilen Einsatzkommando in Kassel versah. Seit 2002 leitete er die Abteilung Prävention im Polizeipräsidium Nordhessen. Rauwolf ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Altenhasungen. Der 60-Jährige ist Vater zweier Kinder und im Ortsbeirat sowie als Elternbeiratsvorsitzender der Wilhelm-Filchner-Schule aktiv. Diese beiden Ämter werde er auch weiterhin bekleiden, sagte er. (uli)

Von Nicolai Ulbrich

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