Ist Firma verantwortlich?

Probleme mit Kanalisation: Anwohnern der Molkereistraße stinkt es gewaltig

Anwohner beschweren sich: In der Molkereistraße in Bründersen soll durch Abwässer unangenehmer Geruch entstehen. Foto:  Bülau

Bründersen. „Es stinkt wie verfaultes Fleisch. Wenn dieser Gestank da ist, dann wird einem schlecht.“ So äußerten sich Anwohner der Molkereistraße in Bründersen, die nicht namentlich genannt werden möchten, gegenüber der HNA. Grund dafür seien die Abwässer der Firma Goldstein.

Sie hat ihren Standort derzeit noch in der Molkereistraße.

Die Firma Goldstein verarbeitet Schweine- und Rinderzungen. Diese würden gekocht und eingepökelt. Seit Jahren sei im Gespräch, dass die Firma umzieht. Bis jetzt sei aber nie etwas passiert, erzählen die Betroffenen.

Das Problem sei, dass der Kanal in der Molkereistraße ziemlich veraltet sei. Goldstein leite seine Abwässer in den Kanal, die extrem fettversetzt seien. Die Abnutzung des Kanals komme zwar nicht durch das Fett und dieser sei durchgespült worden, allerdings habe sich an dem Gestank nichts geändert, führen die Anwohner weiter aus.

Nach einem Gespräch mit der Stadt wurde nun veranlasst, dass Goldstein regelmäßig Mittel gegen den Gestank in den Kanal leiten und das Fett öfter wechseln muss. Die Anwohner befürchten allerdings, dass sich die Firma nicht daran hält: „Man kann es nicht nachweisen, dass sie das wirklich tun. Goldstein hält sich nicht an Regeln und Absprachen. Die Stadt vertröstet uns da nur.“ Wenn der Fettabscheider ausgeleert würde, sei der Gestank immer noch nicht auszuhalten.

Etwas anders sieht das Klaus Wenzel, Abteilungsleiter für Umwelt und Tiefbau der Stadt Wolfhagen: „Die Abwasseranlage ist nicht kaputt und wurde erst durchgespült. Die Rohre kommen aus den 50er-Jahren und halten bis zu 80 Jahre.“ Der Gestank sei nur dann vorhanden, wenn Goldstein das Abwasser ablassen würde. Das werde aber in nächster Zeit abgestellt, da die Firma in näherer Zukunft ins Gewerbegebiet nach Niederelsungen umziehen werde.

„Der Umzug ist für Dezember geplant und wird auf jeden Fall in den nächsten Monaten stattfinden. Es stehen lediglich noch Genehmigungen aus. Es gibt für Gewerbe aber auch immer rechtliche Rahmenbedingungen“, sagt Wenzel.

Nach dem Umzug würden die Kanäle geprüft. „Klar ist auch: Wenn man jemandem etwas nachweisen kann, dann ist dieser für Schäden verantwortlich und muss auch dafür aufkommen“, erklärt Wenzel. Auf die Anwohner kämen nur bei Schäden an den privaten Kanälen Kosten zu, nicht bei den öffentlichen. Diese müsste im Fall des Falles nur der Verursacher zahlen.

Und auch den Vorwurf, dass die Gemeinde die Firma zugelassen, sich aber weiter nicht darum gekümmert habe, weist Wenzel zurück: „Das ist Mischgebiet. Das muss einem klar sein, wenn man dort hinzieht.“ Deswegen seien auch Lkw für die Straße zugelassen. (mhb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.