Projektentwickler möchte Tankstelle und Drogerie in Bad Emstal bauen

Grüne Wiese im Außenbereich Bad Emstals: Die Projektentwicklungsgesellschaft Weber möchte rechts der Straße von Sand in Richtung Breitenbach investieren, in eine Tankstelle und Einzelhandelsgeschäfte. Doch der Investor tritt auf der Stelle. Foto: Thon

Bad Emstal. Eine Tankstelle, einen Drogeriemarkt und was sonst so benötigt wird - die Immobilien GmbH Weber aus Kirchlengern bei Bad Oeynhausen will in Bad Emstal Wünsche erfüllen.

Sie ist sich mit einem Landwirt einig geworden und hat sich am Kreisel in Sand, ortsauswärts in Richtung Breitenbach, rechts der Straße für das große Gelände ein Grundstück gesichert. Doch in Bad Emstal scheint niemand Interesse zu haben an dem Angebot, zu dem vor knapp zwei Jahren auch der Neubau von Aldi zählte. Darüber beklagt sich Frank Meyer zu Farwick, der für Weber tätig ist.

Die Erweiterung des Discounters hat Aldi inzwischen mit einem anderen Projektentwickler umgesetzt. Nach Informationen der HNA hatte die Edeka, der das Grundstück gehörte, auf dem Aldi demnächst errichtet wird, nicht an Immobilien Weber verkaufen wollen. Das sei zwar ärgerlich, sagt Meyer zu Farwick, dennoch würde er gerne mit der Gemeinde Einzelhandelsgeschäfte auf dem Grundstück ansiedeln. Das Problem: Er bekommt keinen Kontakt zum Bürgermeister.

Sein Vorgänger habe mehrfach mit Rathauschef Ralf Pfeiffer (parteilos) über die Pläne gesprochen. Allerdings seien die Gespräche nicht sehr ergiebig verlaufen. Von ihm habe er sich sagen lassen, dass er bei Pfeiffer keinen Termin bekomme. Und, so räumt Meyer zu Farwick ein, habe er es auch gar nicht erst probiert. Dafür habe er im Frühjahr einen Anlauf über die drei Fraktionen genommen und gehofft, das Thema komme in den politischen Ausschüssen und der Gemeindevertretung auf den Tisch. Interessiert und gespannt habe man ihm zugehört. Die Grünen hätten Bedenken angemeldet, wonach die Geschäftsansiedlungen auf der grünen Wiese wegen des Flächenverbrauchs nicht gerne sehen würden.

Nichts habe sich seitdem getan. „Ich kann das nicht nachvollziehen“, sagt Meyer zu Farwick. Alle wünschten sich eine Drogerie, „wir haben zwei Unternehmen an der Hand“ und würden das hinbekommen. In den leer stehenden Schlecker-Markt in Sand würde niemand mehr reingehen, sagt er. Funktionieren würde in einem kleinen Ort wie Bad Emstal eine Drogerie, die in ein Ensemble von mehreren Märkten eingebunden sei. Dazu zählten Lebensmittelgeschäfte, vielleicht ein Schuh- und/oder Textilgeschäft sowie eine Tankstelle. „Aber, wenn sich in den kommenden Wochen nichts tut, dann machen wir das Buch zu“, sagt Meyer zu Farwick.

B-Plan aufstellen 

Bad Emstals Bürgermeister Pfeiffer bestätigt, dass er vor ein, zwei Jahren mehrfach mit einem Vertreter der Projektentwicklungsfirmen gesprochen habe. „Das Regierungspräsidium hat aber deutlich gemacht, dass ein Markt auf der grünen Wiese kaum Chancen hat“, so Pfeiffer. Und weiter, „wir können auch erst aktiv werden, wenn uns vom Investor ein Antrag für die Aufstellung eines B-Planes vorliegt.“ Und den gebe es bislang nicht.

Und was die Tankstelle angehe, so gebe es umsetzbare B-Pläne in der Schublade, aber für eine andere Fläche, neben dem alten Aldi.

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