Rackern für warme Boxen

THW im Einsatz für Flüchtlingsunterkunft in Lohfelden

Verschnaufpause vor einem Meer aus Betten: Felix Dittmar (links) und Marcel Labinska (beide Wolfhagen) mit Thorsten Mattern aus Homberg.

Wolfhagen. Ehrenamtliche des Wolfhager THW sind derzeit in Lohfelden dabei, in einem ehemaligen Gartenmarkt winterfeste Wohneinheiten zu installieren.

Es wird gebohrt, gehämmert und gesägt im ehemaligen Hornbach-Gartencenter in Kassel-Lohfelden. Seit Dienstag schon sind rund 100 Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks hier im Einsatz, zehn Stunden am Tag, auch Männer und Frauen aus Wolfhagen. Ortsgruppenbeauftragter Marcel Labinska hat sogar die Leitung des Großeinsatzes, mit dem neben den THWlern aus Wolfhagen auch die aus Kassel, Hofgeismar, Homberg, Eschwege und Melsungen die einstigen Verkaufshallen möglichst rasch in eine Ersteinrichtungen für Flüchtlinge verwandeln wollen.

„Als wir ankamen war hier nicht viel mehr als riesige leere Fläche“, sagt der Wolfhager, der alles Menschenmögliche tut, um den rund 800 für nächste Woche erwarteten Asylsuchenden ein trockenes, warmes Zuhause auf Zeit zu bereiten. Schon jetzt ist zu erkennen: Es scheint gelungen, die Einsatzpläne für den nächsten Tag zumindest checkt er zwischen unzähligen Pressspanplatten, die sich wie Bienenwaben zu kleinen Einheiten aneinanderreihen.

„70 dieser Wohnboxen haben wir schon gebaut, 105 sollen es werden, wofür wir gut und gerne drei Lkw-Ladungen Holz benötigen und schon jetzt über 60.000 Schrauben verarbeitet haben.“ Jede Parzelle sei für acht Menschen vorgesehen, im Vergleich zu anderen Einrichtungen wie in Calden regelrechter Luxus: kleine Wohneinheiten statt Massenzelte, gemütliche Schlafmöglichkeiten aus dem Möbelhaus statt Feldbetten.

THW im Einsatz für Flüchtlingsunterkunft in Lohfelden

Labinska selbst allerdings kann sich nicht vorstellen, in derartigen Verhältnissen leben zu müssen: „Wir können uns da nur schlecht hineinversetzen, den Flüchtlingen selbst stellt sich diese Frage wahrscheinlich gar nicht, sind sie doch eher froh, ihren täglichen Kampf ums Überleben hinter sich zu wissen.“ Der Wolfhager THW-Chef klammert all dies während seiner Arbeit aus, für ihn sei nur eines wichtig: Menschen helfen zu können. „Darum geht es schließlich beim THW, deshalb habe ich mich vor Jahren für den ehrenamtlichen Dienst entschieden.“

Viel Zeit zum Nachdenken bleibe bei der aktuellen Einsatzsituation ohnehin nicht. „Allein der Wolfhager Ortsverband hat in diesem Jahr schon 370 Stunden für die Flüchtlingshilfe geleistet, der Einsatz in Lohfelden noch nicht mitgerechnet“, sagt Labinska, der damit rechnet, schon bald am nächsten Ort zu sein, wo ganz sicher mit ebenso viel Einsatz wie in Lohfelden gebohrt, gehämmert und gesägt wird.

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