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Raserei vor der Grundschule in Zierenberg

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Von: Johannes Rützel

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Viele Autos fahren in der Naißer Straße zu schnell bergab und an der Grundschule vorbei.
Viele Autos fahren in der Naißer Straße zu schnell bergab an der Grundschule vorbei. © Johannes Rützel

Die Stadtverordneten delegieren des Problems Lösung an den Ortsbeirat Zierenberg. Der schnellste fuhr vor der Schule 92 km/h.

Zierenberg – In Deutschland wird häufig schneller Auto gefahren, als die Polizei erlaubt. Wobei die Kommunen für die Tempolimits innerorts zuständig sind. Zierenberg hat die gefahrenen Geschwindigkeiten im Ortsbereich gemessen, mit besorgniserregenden Ergebnissen, wie Helmut von Zech (FDP) findet. Vor der Grundschule Zierenberg in der Naißer Straße habe die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge 55 Kilometer pro Stunde betragen. Erlaubt sind aber nur 30. „An der Grundschule besorgt mich das sehr“, sagt der Stadtverordnete. Der schnellste Fahrer sei dort mit 92 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen.

Es gibt verschiedene Ideen, wie der Verkehr vor der Schule beruhigt werden kann. Das abgebildete Fahrzeug steht in keinem Zusammenhang mit einer Geschwindigkeitskontrolle. Dem Fahrer wurde keine Tempoüberschreitung nachgewiesen.
Es gibt verschiedene Ideen, wie der Verkehr vor der Schule beruhigt werden kann. Das abgebildete Fahrzeug steht in keinem Zusammenhang mit einer Geschwindigkeitskontrolle. Dem Fahrer wurde keine Tempoüberschreitung nachgewiesen. © Johannes Rützel

Den meisten Autofahrern will er dennoch keinen bösen Willen unterstellen: Schließlich sei die Straße frei, es gebe über weite Strecke keine Ausfahrten und Autos dürften dort auch weder halten und parken. Da sei es nicht verwunderlich, wenn die Leute bergab das Tempolimit überschreiten, meint von Zech.

Einbahnstraße zur Verkehrsberuhigung oder doch Schwellen?

In der Stadtverordnetenversammlung Zierenbergs wurden am Montag verschiedene Maßnahmen diskutiert, um den Verkehr in der Naißer Straße zu verlangsamen. Helmut von Zech schlug in seinem Antrag vor, die Naißer Straße in dem Abschnitt zur Einbahnstraße zu erklären, die nur noch bergauf befahren werden darf. Das sei einfach und kostengünstig. Außerdem sei das Fahren gegen eine Einbahnstraße in Deutschland verpönter als Tempoverstöße und eine Sozialkontrolle somit gegeben. Fahrbahnschwellen oder -tellern erteilte er eine Absage, schließlich dürfe auf der Fahrbahn für Fahrradfahrer keine neue Gefahr entstehen.

Timo Rösler (Grüne) brachte dazu einen konkurrierenden Antrag ein. „Die Messergebnisse sollten uns alle beunruhigen“, sagte er im Parlament, auch wegen dem Jugendhaus und dem Freibad in der Nähe. Er plädierte für eine Hemmschwelle vor dem Zebrastreifen, zum Beispiel in Form eines Berliner Kissens, an dem Radfahrer links und rechts vorbeifahren können. Zum Schutz der Kinder sei eine bauliche Maßnahme nötig. Eine Einbahnstraße würde das Problem in das benachbarte Wohngebiet verschieben, prognostizierte Rösler.

Bärbel Mlasowsky befürchtet ebenfalls, dass eine Einbahnregelung die Probleme ins Wohngebiet verschiebe und schlug Tempo 10 als Maßnahme vor. Das wollte wiederum Timo Rösler nicht akzeptieren, denn wer da mit 90 durchfahre, würde auch nicht von Tempo 10 beeindruckt werden. „Die Leute müssen genötigt werden, sich ans Tempolimit zu halten“, meinte Rösler und sieht eine Schwellenlösung als einzig gangbare Lösung.

Auf Antrag Adrian Probsts (CDU) hin, beauftragten die Stadtverordneten den Zierenberger Ortsbeirat damit, für die Stelle eine Lösung zu finden.

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