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Red Hot Chilli Pipers beim fünften Auftritt in Wolfhagen

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Von: Sascha Hoffmann

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Treffen mit ihren Dudelsäcken auf krachenden Rock’n’Roll und beweisen auch bei ihrem fünften Auftritt in Wolfhagen, dass diese ungewöhnliche Kombi funktioniert: die Red Hot Chilli Pipers.
Treffen mit ihren Dudelsäcken auf krachenden Rock’n’Roll und beweisen auch bei ihrem fünften Auftritt in Wolfhagen, dass diese ungewöhnliche Kombi funktioniert: die Red Hot Chilli Pipers. © Sascha Hoffmann

Die Red Hot Chilli Pipers waren beim fünften Auftritt in Wolfhagen verändert. Immer noch mit Kilt und Dudelsack, der Stil massenkompatibler.

Wolfhagen – Sie meinen es wohl gut, wenn sie ihren Fans mit Andreas Bouranis Fußballhymne „Auf uns“ einen deutschen Megahit zum Mitsingen servieren. Doch ganz ehrlich, erwartet jemand Mainstream-Singsang, wenn er zu einem Konzert der Red Hot Chilli Pipers geht? Nein, sicher nicht, und deshalb ist es auch gut, dass sich die rockenden Kiltträger am Dienstagabend in der Wolfhager Stadthalle ansonsten wie gewohnt auf internationale Hymnen konzentrieren, hier und da mit Traditionellem würzen und ihre Dudelsäcke dabei fast zum Platzen bringen.

Neu an Bord bei den Red Hot Chilli Pipers: Sängerin Colette Neill.
Neu an Bord bei den Red Hot Chilli Pipers: Sängerin Colette Neill. © Hoffmann, Sascha

Und doch kommen sie irgendwie verändert aus der Pandemiepause zurück: neue Bandmitglieder, neuer Sound, alles scheint irgendwie einen Ticken massenkompatibler geschliffen zu sein. Was es genau ist, lässt sich zunächst schwer greifen. Ist es mit Colette Neill die neue Sängerin, die sich plötzlich zwischen den kernigen Schotten versucht, einen Platz zu erobern? Ist es die Routine, die fehlt oder doch die für die Pipers so typische Snare-Drum, die eingefleischte Fans schmerzlich vermissen? Bislang stets ein zentrales Element einer jeden Chilli-Pipers-Show, ist sie nun verschwunden und mit ihr auch ein Teil jener Energie verloren gegangen, die Auftritte der beliebten Kombo immer so besonders gemacht hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass es bei ihrem mittlerweile fünften Auftritt in Wolfhagen ungewohnt lange dauert, bis die Musiker an frühere Auftritte erinnernde Euphoriewellen auslösen. Für die sorgen diesmal in erster Linie die gute Laune und Bühnenpräsenz von Gitarrist Alan McGeoch, der sichtlich genießt, endlich wieder auf der Bühnen stehen zu dürfen.

Doch genug gemeckert, Spaß macht es nach wie vor, mit den heißen Pipern durch die jüngere Musikgeschichte zu tanzen. „Let Me Entertain You“, „Don’t Stop Believing“ und „We Will Rock You“ gehen im Schottengewand noch immer direkt in die Beine, „High Cathedral“ lässt einem wie gewohnt die Gänsehaut über den Rücken laufen, während einen der Dudelsacksound immer tiefer hineinzieht in die Welt der Red Hot Chilli Pipers, die sich – wie auch die reale Welt – einfach verändert hat. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, weiß sie letztlich doch zu begeistern – und wer weiß, vielleicht ist auf der nächsten Tournee ja wieder alles beim Alten – ohne deutsche Mitsingsongs, dafür wieder mit Snare-Drum.

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