Hersteller kommen mit der Produktion nicht nach

In der Region werden Medikamente knapp

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Lieferengpässe bei Medikamenten: Seit Anfang Juli 2018 werden europaweit valsartanhaltige Arzneimittel zurückgerufen, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Grund ist eine produktionsbedingte Verunreinigung dieses Wirkstoffs. Auch das hat zu Lieferschwierigkeiten bei diesem Blutdrucksenker geführt. Auch andere Medikamente stehen auf der Liste aktueller Lieferengpässe (Symbolbild).

„Tut uns leid, ihr Medikament ist derzeit vergriffen“, hören Patienten in ihrer Apotheke derzeit öfter. Betroffen vom Lieferengpass sind verschiedene Mittel.

Vom Blutdrucksenker über Schmerzmittel, Antibiotika und auch Impfstoffe sind dabei. Derzeit liegen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) insgesamt 489 Meldungen über eingeschränkte Verfügbarkeit oder Lieferengpässe vor. Die Erklärungen lauten: Produktionsprobleme.

Oftmals gibt es für Patienten keine Alternativmedikation, also kein Ersatzpräparat. Ein Ende der Lieferschwierigkeiten bei rund 40 Medikamenten, darunter auch der Blutdrucksenker Valsartan und das Schmerzmittel Ibuprofen, wird im August erwartet.

Es soll auf alternative Produkte ausgewichen werden

Die Engpässe haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. „In den Kliniken der Gesundheit Nordhessen sind aber alle Präparate lieferbar“, teilte die Pressestelle der GNH auf Nachfrage mit. Beispielsweise stehe für die Versorgung von Notfällen auch ein Tollwut-Impfstoff zur Verfügung, der aktuell zur präventiven Impfung schwer zu erhalten sei. 

„Sollte das gewünschte Medikament von einer bestimmten Firma nicht lieferbar sein, wird auf alternative Produkte ausgewichen. In diesen Fällen stimmt sich die Apotheke eng mit den behandelnden Ärzten ab“, heißt es weiter.

Lieferengpässe gibt es "immer mal wieder"

Die Baunataler Apothekerin Claudia Wegener, Regionale Fortbildungsbeauftragte der Landesapothekerkammer Hessen, bestätigt die Lieferengpässe, die „es immer mal wieder gibt“. Nicht jeder Lieferengpass sei automatisch ein Versorgungsengpass. Bisher hätten es die Apotheken immer geschafft, keine Versorgungsengpässe entstehen zu lassen. 

Das Problem sei, dass an den Rohstoffen gespart werde und die Wirkstoffe in Fernost hergestellt würden. Oftmals entsprächen die dann aber nicht den europäischen Standards. So müssen dann Chargen aus dem Verkehr gezogen werden.

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