Hundehalter sollen Vierbeiner an die Leine nehmen

Reh mit zwei Kitzen im Bauch stirbt nach Hunde-Attacke

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Das Forstamt Wolfhagen bittet Hundehalter zumindest während der Brut- und Setzzeit ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Bei unserem Bild handelt es sich um ein Symbolfoto. Es stammt nicht von dem aktuellen Vorfall.

Nach einer Hunde-Attacke ist ein Reh mit zwei Kitzen im Bauch gestorben. Das Tierdrama ereignete sich zuletzt im Waldecker Land. Hundehalter sollten ihre Vierbeiner an die Leine nehmen. 

Das Reh ist hochtragend und kann sich nur langsam fortbewegen. In vier Wochen sollen die beiden Rehkitze zur Welt kommen. Als der Hund es entdeckt, hat er leichtes Spiel. Er stellt das Reh und verletzt es schwer. Ein herbeigerufener Jäger muss die Ricke schließlich erlösen, die Kitze sterben mit ihr. So in diesen Tagen in der Region passiert. Es handelt sich dabei um keinen Einzelfall.

Das Wolfhager Forstamt bittet Hundehalter deshalb dringend, zumindest während der Brut- und Setzzeit ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. „Ich gehe davon aus, dass Hundehalter auch Tierliebhaber sind“, sagt Theo Arend vom Forstamt Wolfhagen. „Den Anblick sollte man sich ersparen“. Davon abgesehen mache sich der Hundehalter strafbar.

In Hessen gilt während der Brut- und Setzzeit kein Leinenzwang wie beispielsweise in Niedersachsen, allerdings wird vom Hundehalter verlangt, dass sich sein Tier ständig im Einwirkungsbereich befindet - auch außerhalb der Brut- und Setzzeit. Mit anderen Worten, wenn irgendwo Wild aufspringt oder wegläuft, darf der Hund es nicht verfolgen. Die meisten Tiere in unseren Breiten bringen ihren Nachwuchs im Frühjahr auf die Welt. Manche wählen geschützte Bereiche wie Erdhöhlen oder Bäume.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Viele Bodenbrüter wie Fasane, Enten, Rebhühner bauen ihre Nistplätze aus Schutz vor natürlichen Feinden in Bereiche, die nicht von oben eingesehen werden können. Junghasen dagegen erblicken das Licht der Welt relativ ungeschützt direkt auf dem Boden. Rehwild legt sein Kitz im Gras ab.

Auch wenn die jungen Kitze, Hasen oder Küken anfangs noch keinen eigenen Wildgeruch besitzen, sind sie in Gefahr, wenn sich ein frei laufender Hund in der Nähe aufhält. Die Elterntiere könnten durch die Witterung eines Hundes erschrecken und dann ihren Nachwuchs verlassen. Auch wenn nicht alle frei laufenden Hunde wild lebende Tiere verfolgen, unzählige Jungtiere verenden qualvoll, weil sie nach Kontakt mit Hunden von ihren Eltern nicht mehr angenommen werden.

Anleinpflicht in Niedersachsen

Die Brut- und Setzzeit hat begonnen. Um dem tierischen Nachwuchs Stress oder gar den Tod zu ersparen, gibt es im benachbarten Niedersachsen vom 1. April bis 15. Juli den Leinenzwang für Hunde. Gebäude, Gärten sowie Hofflächen sind von dem generellen Leinenzwang befreit. 

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