Von der Landschaft zum Bild

Rentner aus Altenstädt fängt in Aquarellen Stimmungen der Natur ein

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Letzte Korrekturen am Bild: Jochen Haase gibt seinem Landschaftsbild den letzten Schliff. 

Altenstädt. Das Haus des Ehepaars Helga und Jochen Haase in Altenstädt gleicht einer Galerie. Fast in jedem Zimmer hängen Aquarelle: Landschaften mit Wiesen, Feldern, Bäumen, Bächen und manchmal auch ein Dorf. Jochen Haase malt seit über vierzig Jahren Bilder, zunächst in Öl, später in Aquarell.

Der 75-Jährige sei durch seinen Großvater Willibald Paschke, einen Grafiker, Maler und Kunsterzieher erblich vorbelastet, sagt Jochen Haase. Mit Bildern des Großvaters aus dessen schlesischer Heimat und seinen eigenen Bildern eröffnete der Künstler im Jahre 1981 die erste Bilderausstellung in Wolfhagen. Daraufhin folgten mehrere Kunstausstellungen zusammen mit anderen Künstlern und auch eine Einzelausstellung.

Doch bis es soweit war, hatte der 75-Jährige einen langen künstlerischen Weg hinter sich. Geboren 1941 in Berlin verbrachte er die Kindheit in München, seine Schulzeit und das Studium der Anglistik und Erziehungswissenschaft in Hamburg. Seit 1965 unterrichtet er als Lehrer.

Nun befasste sich Jochen Haase selber mit Kunst und sammelte erste Erfahrungen als Autodidakt. Er experimentierte mit Ölfarben und verschiedenen bildnerischen Mitteln. Aber erst der Umzug nach Altenstädt im Jahr 1975 und die Begegnung mit dem Berliner Maler, Grafiker und Bildhauer Hans-Joachim Burgert brachten ihm den künstlerischen Durchbruch. Von ihm bekam Jochen Haase einen Schnell-Kurs im lasierenden Aquarellieren.

„Nachdem ich einige wichtige Aspekte über Farblehre und Komposition gelernt hatte, begann ich, wie ein Weltmeister zu malen“, sagt er. Es ist vor allem die selbst erlebte Landschaft zu allen Jahreszeiten rund um Altenstädt, die ihn zum Zeichnen und Malen anregt. Zuerst dient ein Foto als Vorlage für eine Bleistiftzeichnung und dann kommt die eigentliche künstlerische Bearbeitung mit den Wasserfarben in seinem Atelier.

Nach einigen Jahren entdeckte Jochen Haase zu seiner Freude weitere Künstler in Altenstädt, gründete mit ihnen zusammen eine Künstlergruppe und organisierte die Altenstädter Kunsttage.

Inzwischen nimmt er an keiner Ausstellung mehr teil. Es sei ihm nicht wichtig, Bilder auszustellen oder gar zu verkaufen, denn er male zum privaten Vergnügen, sagt Jochen Haase. Das Erschaffen eines Aquarellbildes ist jedes Mal eine neue Herausforderung für ihn. Wenn er sein Motiv in einem Foto festgehalten hat, dann ahnt er schon die Möglichkeiten, die sich ihm in der künstlerischen Gestaltung eröffnen. Die reine Ästhetik fasziniert ihn, die Balance zwischen Spannung und Ruhe darzustellen und die richtige Stimmung einzufangen. Trotzdem möchte der Aquarellmaler dem Betrachter seiner Bilder eine Chance für eigene Interpretationen lassen. Denn seiner Meinung nach leben Bilder.

Zur Person:

Jochen Haase wurde 1941 in Berlin geboren. Er verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit in München, Schulzeit und Studium der Anglistik und Erziehungswissenschaften in Hamburg. 1965 begann er seine Tätigkeit als Lehrer. 1975 zog er mit seiner Familie nach Altenstädt und unterrichtete dann an der WFS Wolfhagen. 1981 fand die erste Bilderausstellung mit Bildern seines Großvaters und eigenen Werken im Kreisheimatmuseum Wolfhagen statt. Es folgten weitere Kunstausstellungen mit anderen Künstlern in 1983, eine Einzelausstellung in 2006 und nur mit Altenstädter Künstlern in 2008. Jochen Haase ist verheiratet und hat eine Tochter.

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