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Rohrbacher Brüderschaft feiert im Februar Jahresfest in Oberelsungen

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Von: Reinhard Michl

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Die Rohrbacher Brüderschaft beim Umzug durch Zierenberg.
Kein Umzug mehr: Die Rohrbacher Brüderschaft wird nicht mehr, wie noch 2020, mit Festkapelle durch Zierenberg ziehen. Stattdessen fahren die Brüder am 3. Februar mit dem Bus umher. Archi © Reinhard Michl

Als eine große Familie versteht sich seit 327 Jahren die Rohrbacher Brüderschaft in Zierenberg. Im Februar feiert sie Jahresfest in Oberelsungen.

Zierenberg – Die Rohrbacher Brüderschaft wird urkundlich erstmals im Jahr 1696 erwähnt, ihre Wurzeln reichen aber vermutlich bis ins Jahr 965 nach Christus zurück. 965 hat Kaiser Otto I. die Dörfer West- und Burguffeln sowie Elsungen an das Erzstift in Magdeburg verschenkt, wobei in dieser Schenkungsurkunde auch der zwischen der Stadt Zierenberg und dem Kloster Hasungen liegende Ort Rohrbach erwähnt wird und dieser in einer Aufzählung der Hasunger Klostergüter aus dem Jahr 1074 erscheint.

Alljährlich seit 1696 feiert die Rohrbacher Brüderschaft immer „um Lichtmeß“ sprichwörtlich mit Kind und Kegel ihr dreitägiges Jahresfest als gesellschaftlichen Höhepunkt im Jahresreigen. Im Geiste einer Großfamilie reden sich dabei alle Rohrbacher ausschließlich mit Bruder, Schwester sowie Du an.

Nach zwei Jahren Pause gibt es wieder ein Jahresfest

Coronabedingt geht nach einer zweijährigen Zwangspause das Jahresfest in diesem Jahr endlich wieder in Tradition und geselliger Runde über die Bühne. Den Anfang machen am Donnerstag, 2. Februar, 19 Uhr, nur die Brüder als reine Männergesellschaft mit dem sogenannten Bieraufschroten.

Dabei wurde früher der extra für das Jahresfest gebraute Trunk auf seine Tauglichkeit geprüft. Wobei aber auch die mit Branntwein gefüllten Krüge mit der Aufschrift „Pfifad Rohrbach“ ihre Runden machten. Zur Stärkung gibt es noch heute „Rohrbacher Schinken“. Kein fleischlicher Genuss, sondern mit Salz und Kümmel bestreute trockene Brotscheiben.

Aufgrund von Umbau- und Renovierungsarbeiten des Zierenberger Bürgerhauses findet das Jahresfest nicht in der Kernstadt statt, sondern in der Oberelsunger Mehrzweckhalle.

Busfahrt statt Spaziergang

Eine weitere Neuerung betrifft den Umzug der Brüder mit der Festkapelle am Freitag, 3. Februar, ab 10 Uhr. Es gibt diesmal keinen langen Fußmarsch durch die Stadt, sondern alle Stationen, beim Bürgermeister im Rathaus, bei Vorsteher Matthias Lengemann, Untervorsteher Michael Viehmann sowie der Kaffeeschwester Xenia Roskowski werden mit dem Bus angefahren. Dieser transportiert auch die bei der Kaffeeschwester geschmückten silbernen Kaffeekessel sowie die Bleche mit Streuselkuchen nach Oberelsungen – zum großen Kaffee- und Kuchenschmaus am Nachmittag. Am Abend ist dort auch der festliche Ball. Mit Ehrungen, dem „Binden“ der Partnerinnen der neu aufgenommenen Brüder sowie den alt überlieferten Reigentänzen, wie Kegel-Quadrille oder Tampete.

Am Samstagvormittag, 4. Februar, treffen sich dann wieder alle im Register eingetragenen Brüder zur Generalversammlung. Um das Jahresfest abzurechnen und die neuen Amtsinhaber, Vorsteher, Untervorsteher und Kaffeeschwester zu benennen. (Reinhard Michl)

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