Romantik in schwarz-weiß: Jürgen Römer stellt seine Arbeiten aus

Vorbereitungen für die Ausstellung „Elisabeth, Heimerad und die Architektur – ein Trialog“: Jürgen Römer (vorn) und Helmut Mander vom Museumsverein Kloster Hasungen. Foto:  Hoffmann

Burghasungen. Wäre das Wörtchen „fanatisch" in unserer Gesellschaft nicht per se negativ behaftet, würde Jürgen Römer den heiligen Heimerad am liebsten als Fanatiker bezeichnen. „Jesus-Freak trifft es aber auch ziemlich gut", so der Künstler und ehemalige Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land.

Den einstigen deutschen Priester und Wanderprediger macht er nun zum Teil seiner am Samstag, 23. August, beginnenden Ausstellung im Museum Kloster Hasungen und stellt ihn in einen Trialog mit der heiligen Elisabeth und der Architektur der Romanik.

„Der Heimerad reizt mich durch seine Fremdheit, er ist uns noch viel unbekannter, als die an sich so sehr exotische Elisabeth, mit der ich mich im Rahmen mehrerer Buchprojekte intensiv auseinander gesetzt habe.“ Ihm seien beim Lesen der Heimerad-Vita Parallelen zu Elisabeth aufgefallen und im Nu sei die Idee zur Ausstellung geboren gewesen.

Gegensätze im Mittelpunkt

„Von Heimerad gibt es keinerlei Bilder oder großartige künstlerische Auseinandersetzungen, doch aber die Architektur jener Zeit, in der er sich quasi wie ein Phantom verbirgt.“ Ein wenig düster sind sie, die Fotografien Römers, auf denen er Kirchenschiffe und -gänge sowie -mauern überwiegend in dunkles Schwarz-/Weiß taucht. „Das gehört für mich zur Romanik dazu“, erklärt Römer, davon abgesehen würden die Motive auch durch den Druck auf Leinwand ein wenig erdig. „Sie sind total matt, wodurch die dunklen Töne wunderbar zur Geltung kommen und das komplette Bild etwas Grafisches bekommt.“

In den Mittelpunkt der Fotoausstellung „Elisabeth, Heimerad und die Architektur - ein Trialog“ stellt Römer die beiden vermeintlichen Gegensatzpaare „Mittelalter und Moderne” sowie „Spiritualität und Technik“, stellt dazu Bilder und Texte aus seinem Fotoband „Meine Elisabeth“ über die heilige Elisabeth von Thüringen, Aufnahmen romanischer Architektur gegenüber an einer einstigen Wirkungsstätte Heimerads, des eigenwilligen Heiligen. Daraus entstehen Spannungsbögen und Ansätze für Gedanken ebenso wie Gebete oder spirituelle Eindrücke.

Info: Während der öffentlichen Vernissage am kommenden Sonntag, 23. August, ab 17 Uhr, wird der Historiker seine Ausstellungsidee und die Bilder in einer Einführung persönlich erläutern. Die Ausstellung im Museum Kloster Hasungen läuft bis zum 4. Oktober.

Von Sascha Hoffmann

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