Streugut: Kläranlagen haben bislang keine Probleme mit der Verarbeitung

Salz macht keine Probleme

Test: Mehrmals am Tag überprüft Marina Eisele den ph-Wert des Wassers im Labor der Kläranlage Naumburg. Das dort gereinigte Abwasser wird in die Elbe geleitet. Foto: Glass

Naumburg/Wolfhagen. Die Schneeberge, die sich derzeit noch an den Straßenrändern im Wolfhager Land türmen, schrumpfen täglich. Beim Abtauen fließt der größte Teil des Schmelzwassers in die Kanalisation. Und mit ihm darin gelöstes Streusalz, denn das ist in den vergangenen Wochen massenhaft auf Straßen und Gehwege im Altkreis gestreut worden.

Wie aber werden die Kläranlagen mit diesem erhöhten Aufkommen an Salzen fertig? „Wir haben bislang keine Störungen“, berichtet Marina Eisele, technische Mitarbeiterin für den Bereich Wasser und Abwasser der Stadtwerke Naumburg. Aber: „Wir erhöhen im Winter grundsätzlich die Bakterienmasse im Wasser“, sagt sie. Und die Bakterien sorgen dafür - vereinfacht ausgedrückt - dass bestimmte chemische Verbindungen im Wasser abgebaut werden.

Mehr an Biomasse

Dass ihre Konzentration im Winter erhöht wird, macht man laut Marina Eisele aber nicht wegen des Salzes. „Die Aktivität der Bakterien verringert sich bei Temperaturen unter zwölf Grad zunehmend.“ Daher beuge man mit einem Mehr an Biomasse vor.

Auf die Anlagen hat das höhere Salzaufkommen demnach keine Auswirkungen. Wie sieht es aber mit der Qualität des Wassers aus? „Die im Schmelzwasser gelösten Salze kommen nicht in großen Mengen vor“, sagt Abwassermeister Klaus Wenzel von der Kläranlage der Stadt Wolfhagen. Insofern hätten sie keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf die Wasserqualität. „In den vergangenen 20 Jahren haben wir keine negativen Beeinträchtungen wegen der Auftausalze festgestellt“, sagt Wenzel.

Für Probleme sorge eher Sand. Denn seine feine Körnung gehe durch Auffangsiebe hindurch und gelange direkt in die Kanäle. Dort entstünden Ablagerungen, die im schlimmsten Fall zu Verstopfungen führen, sagt Wenzel. Splitt hingegen sei zu groß und bliebe in den Auffangbehältern der Gullis hängen.

Probleme mit Splitt gebe es in der Naumburger Kläranlage ebenfalls nicht. Marina Eisele verweist auf die Körbe in den Gullis, die die gröbsten Bestandteile des Schmelzwassers abfangen. Und was trotzdem bis zur Kläranlage durchrutscht, werde dort von den Siebrechen herausgeholt.

Von Vera Glass

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