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Schaffensfreude trifft auf Kreativität

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Von: Jacob von Sass

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Seit 25 Jahren bei der Arbeit: Christian Unden steht auf einem Gerüst und streicht ein Fachwerkhaus an der Hans-Staden-Straße in Wolfhagen.
Seit 25 Jahren bei der Arbeit: Christian Unden steht auf einem Gerüst und streicht ein Fachwerkhaus an der Hans-Staden-Straße in Wolfhagen. © jakob von sass

Marc Döring leitet bereits in der dritten Generation einen Malereibetrieb.

Breuna – Die meisten Handwerker sind viel an der frischen Luft, können sich in ihrem Beruf auspowern und am Ende des Tages stolz auf das Erschaffene schauen. Optimal sollte man meinen. Trotzdem haben handwerkliche Betriebe seit mehreren Jahren immer größere Nachwuchssorgen und finden einfach kein geeignetes Personal mehr.

Für Marc Döring, Inhaber von Malermeister Döring aus Breuna und Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Hofgeismar/Wolfhagen, war in seiner Jugend allerdings sofort klar, wohin es ihn beruflich verschlägt.

„Ich wollte damals nach der Schule gar nichts anderes machen, als ebenfalls Maler zu werden. Da wurde ich durch mein Elternhaus einfach sehr geprägt“, sagt Döring. Nachvollziehbar, denn so leitet er bereits in der dritten Generation das Familienunternehmen mit acht Mitarbeitern. Mittlerweile ist der 48-Jährige schon seit 30 Jahren dabei. Vor 25 Jahren habe er seinen Meister auf der Technikerschule gemacht und vor sieben Jahren den Betrieb vom Vater übernommen. Seit 25 Jahren sei zum Beispiel auch sein Angestellter Christian Unden dabei, der schon immer für seinen Betrieb gearbeitet habe. Döring gesteht: „Da sind wir sehr stolz drauf, dass der Betrieb schon so lange in Familienhand ist und wir so loyale Mitarbeiter haben.“

Auch nach Jahren der Arbeit mache es ihm immer noch sehr viel Freude, Farbgebungen und Putzstrukturen mit den Kunden zu besprechen. „Ansonsten kümmere ich mich als Meister unter anderem darum, dass die Abläufe meiner Mitarbeiter auf den Baustellen organisiert sind und immer genug Material zum Streichen und Verputzen vorhanden ist“, so Döring. Für die Zukunft stehe eventuell sogar schon sein Sohn Wilhelm Döring bereit, der die Ausbildung zum Maler bei einem befreundeten Betrieb absolviere. Der 19-Jährige erzählt: „In die Fußstapfen meines Vaters zu treten war eigentlich nicht immer meine erste Intention. Ich habe dann aber zwischendurch immer schon mal auf den Baustellen mitgeholfen und gemerkt, dass mir die Arbeit liegt. Es macht mir einfach Spaß, ordentlich anzupacken und mich zu bewegen.“ Außerdem sei es abwechslungsreich, auch mal in luftiger Höhe auf Gerüsten die Fassaden zu streichen.

Generell ist es laut Marc Döring aber sehr schwer für die Betriebe, neue Auszubildende zu finden: „Wir wissen leider auch nicht genau, woran das liegt. Gefühlt wollen viele junge Menschen heutzutage einfach lieber an einem Schreibtisch in einem Büro arbeiten. Dabei wird aber schnell vergessen, dass unser Berufszweig auch was zu bieten hat und zum Beispiel viel Kreativität erfordert.“ Da er selbst Ausbilder am Berufsbildungszentrum sei, sehe er, dass die Klassen mit den Auszubildenden immer kleiner werden.

Dieser Entwicklung wolle man natürlich mit Schulbesuchen, Messen oder Tagen der offenen Tür entgegenwirken, um den Schulabsolventen die handwerklichen Berufe näher zu bringen, sie dafür zu begeistern und sie letztendlich auch als Auszubildende zu gewinnen.

Dafür sei auch der Tag des Handwerks gut, der heute deutschlandweit stattfindet. Döring sagt: „An solchen Tagen können wir uns gesellschaftlich darstellen und den Menschen aufzeigen, wie wichtig und unersetzlich das Handwerk ist.“ (Jakob von Sass)

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