Nach 21 Jahren geht der Chef der Baunataler Diakonie Kassel in den Ruhestand

„Schaumi“ sahen alle gern

Auszeichnung: Dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden der Baunataler Diakonie Kassel, Helmut Schaumburg, überreichte Vizelandrätin Susanne Selbert den Ehrenschild des Landkreises. Foto: Kilian

burguffeln/WOLFHAGEN. Mit stehendem Applaus verabschiedeten jetzt Mitarbeiter und Beschäftigte der Baunataler Diakonie Kassel sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Helmut Schaumburg. Nach 21 Jahren sagte „ein Chef, mit dem man auf Augenhöhe reden konnte“ (so Herbert Oschmann für die Mitarbeiter) Lebewohl.

Diese Charaktereigenschaft Schaumburgs zog sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Grußworte. So sprach Peter Brandenstein als Vertreter der Gesamt-Mitarbeitervertretung beispielsweise davon, dass der zukünftige Ruheständler, der in Wolfhagen lebt, während seiner aktiven Zeit zum Wohle der Menschen viel erreicht und bewegt habe. Welchen Ruf er in all den Jahren genoss, machte Brandenstein mit folgendem Satz deutlich: „Wenn er uns besuchte, hieß es nie, der Chef kommt. Da sagten alle, der Schaumi kommt.“ Man sah ihn halt gern, schloss der Mitarbeiter-Vertreter seine Ansprache.

Einen Nenner gefunden

Die Offenheit Schaumburgs lobte Markus Gepperth vom Werkstattrat. Auch wenn man in den Jahren nicht immer einer Meinung gewesen sei, habe man sich dennoch zumeist auf einen Nenner einigen können.

Welch enormen Wachstum die Einrichtung für Behinderte in den vergangenen zwei Jahrzehnten unter der Leitung Schaumburgs genommen hat, zeigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Baunataler Diakonie Kassel, Dr. Harald Clausen, auf. Dies untermauerte er mit eindrucksvollen Zahlen. So stiegen die Umsatzerlöse von zehn Millionen Euro im Jahr 1989 auf inzwischen 90 Millionen Euro. Waren es 1989 gerade einmal 150 Mitarbeiter, sind es inzwischen einschließlich der Tochtergesellschaften 950 Hauptamtliche, die bei der Diakonischen Einrichtung beschäftigt sind. Und last but not least stellen die Baunataler derzeit 1600 Arbeitsplätze.

Trotz solcher beeindruckender Zahlen war es Vizelandrätin Susanne Selbert wichtig, nicht nur von einem „erfolgreichen Manager“ zu sprechen. Für Helmut Schaumburg, so sagte Selbert, habe stets das Wohl der Menschen im Vordergrund gestanden. Den Kollegen und Beschäftigten habe er stets hohe Wertschätzung entgegengebracht. Als Anerkennung seiner Verdienste überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Schaumburg den Ehrenschild des Landkreises Kassel, die höchste Auszeichnung, die der Kreis zu vergeben hat.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub verglich Schaumburg schließlich mit einem Türscharnier. In seinem langen Arbeitsleben habe er trotz aller Erfolge auch viele Reibungen ertragen müssen. Andererseits sei es dem Chef der Baunataler Diakonie stets gelungen, den nicht leichten Spagat zwischen wirtschaftlichem Handeln und Sozialpolitik hinzubekommen.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Gruppe Saitenwind und der Rockband „frisch gestrichen“.

Von Peter Kilian

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