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Sie hätte den Grand Prix gewonnen

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Von: Ursula Neubauer

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Mirja Regensburg zeigt, wie die Deutschen den Grand Prix Eurovision hätten gewinnen können
Ich dachte, ich hätte mich verfahren. Denn den Typ kennt doch keiner. © Ursula Neubauer

Das Kulturzelt in Wolfhagen könnte bunter nicht sein. Komikerin Mirja Regensburg begeistert das Publikum in den Teichwiesen.

Wolfhagen – Bevor Mirja Regensburg überhaupt auf der Bühne im Wolfhager Kulturzelt zu sehen ist, erklären Frauenstimmen aus dem Off, warum sie lieber ein Mann wären. Die Sache auf den Punkt bringt ein kleines Mädchen, als es sagt, das sei doch egal, ob Mann oder Frau, Hauptsache ein schönes Leben.

Das ist das vorgegriffene Ergebnis des Abends, und die über 400 Zuschauer hätten eigentlich nach Hause gehen können. Aber dann hätten sie leider einen lustigen Abend mit der Stand-up-Komikerin Mirja Regensburg, mit professionellen Gesangseinlagen und vielen Interaktionen mit dem Publikum verpasst.

Für die ausgebildete Musicalsängerin ist Wolfhagen fast wie Heimat, denn sie stammt aus Hümme in Nordhessen. Nun wohnt sie allerdings in Köln und war auf der Hinfahrt sehr überrascht über die Hans-Staden-Stadt Wolfhagen. „Ich dachte, ich hätte mich verfahren, denn den Typ kennt doch keiner“, witzelt sie.

Der Leitsatz ihres neuen Programms ist „Im nächsten Leben werd’ ich Mann“, und so beleuchtet sie auf humorvolle Art das „Typisch Mann oder Frau“. Das fängt beim Einkaufen von Klamotten an, denn Männer kaufen innerhalb von fünf Minuten ein, Frauen brauchen mindestens fünf Stunden. Und das setzt sich beim Kofferpacken für den Urlaub fort. Er braucht einen Koffer für zwei Personen für drei Wochen Urlaub, sie drei Koffer für eine Person für eine Woche. Zwischendurch gibt Mirja Regensburg eine Gesangsnummer zum Besten und das sogar a cappella, weil das Playback versagt. Dabei zeigt sie dem Publikum, wie die Deutschen den Grand Prix Eurovision hätten öfters gewinnen können, als Sexbombe im Pailletten-Kleid und in osteuropäischer Sprache. Zwölf Punkte von den Nachbarstaaten seien garantiert, meint die Komikerin. Viel Beifall von den Zuschauern.

Mirja Regensburgs größte Begabung ist ihre Schlagfertigkeit und ihr Improvisationstalent. Das zeigt sich besonders in der Interaktion mit dem Publikum. Es ist bekannt, dass die Zuschauer in der ersten Reihe besonders gefährdet sind. Und so müssen auch Sponsor Reinhard Ostmann, der Chef der Firma Ostmann in Wolfhagen, und seine Mitarbeiter die lustigen aber direkten Fragen der Stand-up-Komikerin beantworten.

Gegen Ende des zweistündigen Programms hat sich die 47-Jährige ein bestimmtes Paar aus Wolfhagen in der vorderen Reihe herausgesucht, zum Kennenlernen ein Bier ausgegeben und einige doch recht private Fragen gestellt. Als sich schon mancher im Publikum fragt, wohin die Fragerei führen soll, rückt Mirja Regensburg mit der Überraschung heraus. Besagtes Paar darf sich aus mehreren bekannten Songs drei Titel heraussuchen, und die Komikerin entwirft dann mal auf die Schnelle einen Text, der individuell auf das Paar zugeschnitten ist. Große Show mit einem ganz persönlichen Medley für ein Paar aus Wolfhagen. Die beiden sind ganz gerührt, und das Publikum spendet tosenden Beifall.

Von Ursula Neubauer

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