Gedenkjahr feierlich eröffnet

Schutzpatron des Pastoralverbunds Wolfhager Land: 1000 Jahre Heimerad

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Klänge zum Spüren: Gisela Halberstadt (rechts) mit Pfarrer Günter Schramm (von links), Pröpstin Katrin Wienold-Hocke, Dr. Thomas Benner, Dr. Michael Fleck, die Pfarrer Ulrich Treciok und Friedemann Rahn sowie Dekan Dr. Gernot Gerlach.

Burghasungen – Beinahe könnte man meinen, der heilige Heimerad hätte einen Gruß geschickt. Kaum nämlich hat Gisela Halberstadt in der Burghasunger Kirche ihren Klangschalen erste zaghafte Töne entlockt, bahnen sich kräftige Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Fenster des Gotteshauses.

Es ist ein beinahe magisches Gefühl, als die Klangwellen in jeder Pore des Körpers ankommen, um einen die Kraft der Sonne regelrecht spüren zu lassen. Sie scheinen das Leben Heimerads zum Leuchten zu bringen, das Wirken des Schutzpatrons des Pastoralverbunds Wolfhager Land, der vor 1000 Jahren, am 28. Juni 1019, auf dem Burghasunger Berg gestorben ist und dessen Gedächtnis im Rahmen des Jubiläumsjahres „1000 Jahre Heimerad“ nun gebührend gefeiert werden soll. 

Zum Auftakt ist Dr. Thomas Benner in den Zierenberger Stadtteil gekommen. Der Kirchenhistoriker und Pfarrer der evangelischen Petrus-Kirchengemeinde Kassel-Kirchditmold hat sich intensiv mit Heimerad auseinandergesetzt, mit dem die Ersterwähnung Kirchditmolds eng verbunden ist. „1000 Jahre St. Heimerad: Pilger, Wanderprediger, Asket zwischen Bodensee, Nordhessen, Rom und Jerusalem“ lässt den Heiligen auf verblüffende Weise lebendig werden. Für manche Stellen aus dessen Vita, die bisweilen schwer zu hinterfragen oder zu deuten sind, hat Benner zeitgenössische Forschungen unternommen, um daraus die Lebenswirklichkeit Heimerads nachvollziehbar und beschreibbar zu machen.

So soll es im Jubiläumsjahr weitergehen, etwa wenn am Samstag, 29. Juni, der Bad Hersfelder Historiker und Altphilologe Dr. Michael Fleck zum Thema „Der heilige Heimerad – Gewissensfreiheit gegen kirchliche Autorität“ referiert – dann als Teil des Festwochenendes vom 27. bis 30. Juni mit verschiedenen Gottesdiensten in Wolfhagen, Zierenberg, Volkmarsen, Naumburg und natürlich in Burghasungen, dort am Freitag, 28. Juni (19 Uhr) wetterabhängig auf dem Berg oder in der Kirche. Am Sonntag, 30. Juni, beginnt um 7.15 Uhr ein Fußpilgerweg von der Heilig-Kreuz-Kirche in Zierenberg zum Hasunger Berg, wo um 10.30 Uhr Weihbischof Karlheinz Diez aus Fulda zum Festgottesdienst erwartet wird. Sicher wird es sich dann anfühlen, als wäre Heimerad mitten unter uns, so wie am Freitagabend nach Dr. Thomas Benners eindrucksvollem Vortrag und Gisela Halberstadts Reise in die Welt der tiefgehenden Töne ihrer Klangschalen.

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