Deutschland Exportland für Schweinefleisch

Aus diesen Gründen sind die Preise für Schweinefleisch in Nordhessen gestiegen

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Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist zurzeit besonders groß (Symbolbild).

Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist zurzeit besonders groß. Das bekommen auch die Verbraucher in der Region zu spüren.  

Die gestiegene Nachfrage schlägt sich für den Verbraucher in der Region durch höhere Fleischpreise nieder. Erzeuger bekommen fast ein Viertel mehr fürs Fleisch als vor einem Jahr. Eine Hauptursache ist die Afrikanische Schweinepest in China. „Riesige Bestände sind dort gekeult worden“, erklärt Dirk Blettenberg, Geschäftsführer der Genossenschaft Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen. Die Nachfrage nach deutschem Schweinefleisch sei daher seit dem Frühjahr massiv gestiegen. Bis dahin hätten die Einkünfte der Schweinehalter kaum deren Kosten gedeckt.

Deutsche Schweinefleisch-Produktion auf Export angewiesen

In Deutschland wird mehr Schweinefleisch produziert, als im Inland abgesetzt werden kann. Daher ist der Markt auf Exporte angewiesen. Erzeugergemeinschaften melden jede Woche Schweinepreise, Vermarktungsmengen und Schlachtgewicht an eine zentrale Stelle und geben eine Einschätzung über die Marktlage ab. Angebot und Nachfrage werden analysiert. Danach wird ein Vereinigungspreis berechnet: Der liegt zurzeit bei 1,85 Euro pro Kilo.

Preise für Schweinefleisch für Schweine-Halter nicht kostendeckend

Trotzdem geben immer mehr Schweinehalter auf. „Anfang des Jahres waren die Preise nicht mal kostendeckend“, erklärt Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband Kassel. Diese Defizite müssten erst einmal ausgeglichen werden. Strenge Vorschriften und Diskussionen um die Tierhaltung hielten viele davon ab, trotz guter Preise in neue Ställe zu investieren. „Vonseiten der Politik gibt es keine Planungssicherheit“, so Wittich.

Kosten für Verarbeiter von Schweine-Fleisch steigen

Während die Landwirte von besseren Preisen profitieren, steigen die Kosten für die Verarbeiter. Rund 25 Prozent mehr als 2018 zahlt nun zum Beispiel der selbst schlachtende Fleischer Rudolf Döring aus Altenstädt. Die höheren Einkaufspreise würden jedoch nur teilweise auf die Kunden abgewälzt. „Wir mussten die Preise zumindest um zehn Prozent anheben, um die Kosten abzufangen“, sagt der stellvertretende Obermeister der Fleischerinnung Hofgeismar-Wolfhagen.

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