Auf der Schwelle

Jens Holstein

Nun sind wir wieder drüber über die Schwelle. Mit Silvester sind wir in ein neues Jahr gegangen. Der eine gleitet ruhig und sanft hinüber, andere feiern den Jahreswechsel stürmisch. Jedenfalls schauen die meisten an diesem Übergang zurück und zugleich nach vorn. Was wird in diesem Jahr auf uns zukommen? Das ist eine Frage, die oft mitschwingt. Der eine stellt sie voller Hoffnung, der andere eher mit Sorge. Und letztlich bleibt diese Frage doch offen. Vieles wissen wir nicht.

Wenn ich selbst zurückschaue, sind im letzten Jahr Ereignisse geschehen, die ich am 1. Januar 2009 nicht vermutet habe. Für meine Frau hat sich noch einmal ein positiver beruflicher Wechsel ergeben. Vor kurzem ist ein guter Kollege gestorben, der am Jahresanfang noch kerngesund wirkte.

Und was ist mit den Plänen? Vieles haben wir zielstrebig angegangen. Einiges ist gelungen. Manches hat sich zerschlagen. Träume sind zerplatzt wie Seifenblasen. Viele Ideen sind in Rauch aufgegangen und längst verschwunden.

Wie gehen wir jetzt ins neue Jahr? Augen zu und durch? Oder stehen wir ängstlich vor einer hohen Hürde, über die wir uns nicht drüber trauen? Beides ist unangemessen. Wer sein Leben sinnvoll gestalten will, braucht einen klaren Blick für das, was kommt. Und dabei endet der Schritt über die Schwelle nicht in einem dunklen Raum, in dem wir gefangen sind.

Gott öffnet einen weiten Raum. Wo wir manches noch gar nicht im Blick haben können, vertraue ich darauf, dass Gott uns aus der Enge herausführt. Wir können unser Leben planen und wagen. Sicher meldet sich dabei die Sorge. Die Angst auch.

Die Erfahrung hat uns das gelehrt. Unvorhergesehenes wird dazwischenkommen. Wir können nicht in der selbst geschaffenen Sicherheit leben, dass in jedem Fall alles glatt gehen wird. Aber wir können in der Gewissheit leben, dass wir auf der richtigen Spur sind.

Denn Gott selbst wird immer wieder heilvoll dazwischenkommen. Und so können wir mit Hoffnung und Zuversicht die Schwelle zum neuen Jahr überschreiten.

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