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Sie wollen sich unbedingt integrieren

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Von: Monika Wüllner

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Katja Wiegand hält den Zettel hoch „Der Korb“ steht darauf. Neben Katja Wiegand ist Nika Matveev.
Alltagsgegenstände benennen: Katja Wiegand hält den Zettel hoch „Der Korb“ steht darauf. Die Gruppe aus der Ukraine wiederholt die Wörter im Deutschunterricht. Neben Katja Wiegand ist Nika Matveev. Sie übersetzt die Wörter in die russische Sprache. © Monika Wüllner

Ukrainische Familien wollen sich unbedingt integrieren und lernen in Sprachkursen deutsch

Zierenberg – Für die ukrainischen Familien, die in Zierenberg herzlich aufgenommen wurden, ist das Erlernen der deutschen Sprache eine Selbstverständlichkeit. Katja Wiegand und Nika Matveev unterstützen sie ehrenamtlich dabei.

Seit dem 12. März wird im Christophorushaus in Zierenberg Unterricht für Menschen angeboten, die nach dem russischen Angriffskrieg aus ihrer Heimat flüchten mussten. Die Ehrenamtlichen hoffen jetzt auf weitere Unterstützer.

„Jeder kann helfen, wir freuen uns, wenn mehr Menschen den Ukrainern die Sprache beibringen möchten“, sagte Katja Wiegand, die schon seit fast zehn Jahren Flüchtlingen unter die Arme greift. Mittlerweile ist Katja Wiegand Diakoniebeauftragte im Kirchenvorstand.

Nika Matveev besitzt Wurzeln in Kasachstan, deshalb ist sie die perfekte Dolmetscherin

Ihr zur Seite steht Nika Matveev, die familiäre Wurzeln in Kasachstan hat. Deshalb ist sie die perfekte Dolmetscherin, denn fast alle Urkrainer sprechen russisch. Die Gruppe besteht aus Frauen und einem Mann. Constantin durfte als dreifacher Familienvater die Ukraine verlassen.

Er ist IT-Ingenieur und hofft nun, hier eine Arbeit zu finden. So, wie bereits eine Ukrainerin, die im Gartencenter Bachmann in Wolfhagen als Floristin arbeitet. Ihr Abteilungsleiter kam vor vielen Jahren aus der Ukraine nach Deutschland und ist für sie nun die perfekte Hilfestellung bei der Sprachverständigung. Ebenso eine Krankenschwester aus der Ukraine, die nun in der Wolfhager Kreisklinik arbeitet.

Auch hier gibt es Kollegen, die ihre Muttersprache sprechen und ihr nun helfen, Fuß zu fassen. „Das ist eine Kaffeekanne, die Kaffeekanne“, setzt Katja Wiegand den Unterricht fort. Alle wiederholen: Die Kaffeekanne. Katja Wiegand schreibt es auf, damit jeder mitlesen kann.

Alltagsgegenstände sollen benannt werden, immer wieder übersetzt Nika in russisch

Dann ist der Korb dran. Alltagsgegenstände sollen benannt werden. Immer wieder übersetzt Nika in russisch, eine Ukrainierin übersetzt wiederum in ukrainisch. Und so wird fleißig gelernt.

Ob Kosmetikerin, Buchhalterin, Erzieherin, Fabrikarbeiterin für Schaltpläne und Elektronikanlagen für VW und Audi in der Ukraine und sogar eine Pfarrerin, Psychologin und Journalistin – sie alle haben ein Ziel vor Augen: Sich zu integrieren, so gut und so schnell es geht.

Denn niemand weiß, ob und wann sie zurück in die Heimat können. Das hat auch ihre Dolmetscherin Nika aus vielen Gesprächen herausgehört.

Im Sprachunterricht wird ihnen gezeigt, wer jetzt für sie zuständig ist und wohin sie sich wenden können

Im Sprachunterricht wird ihnen auch aufgezeigt, wer jetzt für sie zuständig ist, wohin sie sich wenden können und welche Formulare ausgefüllt werden müssen. „Alle sind in Familien untergekommen“, sagte Katja Wiegand.

Besonders hob sie Bettina Richter aus Burghasungen hervor. Bei ihr leben Ukrainerinnen, von Anfang an habe sie gleich Menschen aufgenommen.

Neben der Hilfestellung, die Katja Wiegand anbietet, näht sie auch ukrainische Fahnen mit Friedenszeichen. Zudem bieten zwei Frauen aus der Ukraine beim Markt in Zierenberg selbsthergestellte Dekoartikel an. Der Erlös für Fahnen und Dekoartikel geht an die ungarisch-reformierte Kirchengemeinde in Dercen/Westukraine.

Kriegsflüchtlinge finden Zuflucht und Versorgung in der Kirchengemeinde Dercen

Seit Jahren betreibt diese Kirchengemeinde Dercen eine Armenküche, in der bisher ältere und mittellose Menschen bekocht wurden – jetzt finden hier Kriegsflüchtlinge Zuflucht und Versorgung.

Wer sich ehrenamtlich in Zierenberg engagieren möchte, ist zu einem Treffen am 7. Mai, 10 Uhr, im Christophorushaus eingeladen. Außerdem werden Wörterbücher (Ukrainisch/Deutsch sowie Russisch/Deutsch) sowie Leselernspiele benötigt.

Die Materialien können im Bürgerbüro abgegeben werden. Wer sich beim Unterricht einbringen möchte, kann sich bei Ralph Homberger, 05606 / 519 122 bei der Stadt Zierenberg melden. (Monika Wüllner)

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